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Kopie von jetzaber-2

Union Berlin - Fortuna 95 1:0 (0:0)

Stadion Alte Försterei

Zuschauer: 6.516

1:0 61. Biermann

Heute möchte ich es nicht einfach beim Spielbericht belassen. Dafür war der Tag bis auf das Ergebnis zu schön. Inzwischen habe ich das Zugfahren entdeckt, während ich solche Touren früher immer mit dem Auto gemacht habe. Hier nun der Tagesbericht vom Spiel Union Berlin - Fortuna 95.

Union - Fortuna

Los ging es um 6.43 Uhr am Solinger Hauptbahnhof. Mit dem Regionalexpress nach Wuppertal und dort in den ICE 552 nach Berlin Hauptbahnhof. Zwar nur 2. Klasse, aber immer noch wesentlich bequemer als im Auto fuhren Trikot-Olli, Tobias und ich Richtung Bundeshauptstadt. Diese Stadt fasziniert mich schon von je her, angefangen vor über 20 Jahren bei den Spielen bei der Hertha und bei den Blau-Weissen aus Berlin. Am 01.05.07 jährt sich zum 20. Male der 2:1 Sieg im Olympiastadion gegen BW 90, ein Sieg, der am Ende nichts genutzt hat, aber eine der ersten aufregenden Auswärtstouren mit meiner Frau war. Übernachtung übrigens in einem Opel Corsa B, da aufgrund der Maifeierlichkeiten alle Hotels ausgebucht waren.

Union - Fortuna (1)

Wenn es nicht gerade stürmt, ist der neue Berliner Hauptbahnhof einerseits ein architektonisch imponierendes Bauwerk, aber im Hinblick auf die Kosten zum Bau dieses Schauprojektes belaufen sich nach unterschiedlichen Angeben zwischen 1 und 1,8 Milliarden Euro. Für einen Bahnhof inmitten einer Sandwüste sicher viel Geld. Menschen wohnen in der Nähe des Hauptbahnhofes nicht, er stellt also ausschliesslich eine Verteilfunktion für alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel dar. Für uns Fussballfans also eigentlich in Ordnung.. (Exkurs: Auf dem Gelände des Berliner Hbf. stand früher der bekannte Lehrter Bahnhof)

Union - Fortuna (2)

Nun ging es nach ein paar Bahnfahrten und Bahnhofsbesichtigungen raus nach Köpenick. Nach einem 20-minütigem Fussmarsch durch die Geschäftsstrassen dieses Ostberliner Stadtteils kamen wir dann an einen romantischen Weg Richtung Gästeblock. Gelegen an der Wuhle, einem schön anzusehenden, aber an sich dreckigem Biotop, kamen wir an das Stadion heran. Vor der Gästekurve gab es einen kleinen “Stau”, im Nachhinein aufgrund von Schuhkontrollen aber fast logisch. Die Angst vor Wilden, die quer durch Deutschland reisen um ganze Landstriche auszurotten, scheint inzwischen so gross zu sein, das selbst Sommerschuhe ein potentielles Risiko darstellen. Gemäss Grundgesetz hätte ich nur einmal die Frage, ob im Rahmen der Gleichberechtigung auch alle Union-Fans die Schuhe ausziehen mußten. Aber diese Frage bleibt sicher unbeantwortet. Kleiner Schönheitsfleck im ansonsten sympathischen Umfeld dieses Vereins. Übrigens durfte man als Gästefan auf der Tribüne die Schuhe anlassen, dafür wurde die Brieftasche durchforstet. Interessant, das Berliner dieses Schicksal nicht mit mir teilten.

Union - Fortuna (3)

Bei allem Charme, den diese Sportanlage vermittelt, finde ich es aber seltsam, die Schuhe zu kontrollieren, während sich im Stadioninneren so ziemlich alles finden lässt, was eine gepflegte Spielunterbrechung begründen lässt.

Union - Fortuna (4)

Das Verhalten der Unionfans war dann allerdings in Ordnung, bis auf einen Hampelmann, der meinte im Fortunatribünenbereich den Clown zu spielen. Hätte auch ins Auge gehen können. Hier habe ich dann auch Paul and Helen von der Netley Abbey Tartan Army kennengelernt, 2 Schotten die in der Nähe von London leben und sich neben ihrer Liebe zur schottischen Nationalmannschaft auch der Fortuna verschrieben haben..

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Union - Fortuna (6)
Union - Fortuna (7)

Zum Spiel ist nun zu schreiben, das unsere Fortuna schon besser gespielt hat und kämpferisch zugelegt hat. Mit dieser Einstellung hätte man in Dortmund und gegen Hertha BSC ohne Probleme die Punkte holen können. Nach einer Chance für die Unioner zu Beginn, bekam unser Team das Spiel besser in den Griff und vor allem die Grosschance für Ahmet Cebe, als er allein auf den Torwart zulief, wird mich noch ein wenig verfolgen. Mit einer Führung im Rücken wäre an diesem Samstag was zu holen gewesen. Selbst die ansonsten eher verschmähten Spieler (z.B. Adewumni) spielten gut, was im Fall Ali Albertz natürlich nicht die ungeteilte Meinung der Fortunen fördern wird. Ali war von Beginn an der Buhmann, Beschimpfungen die zur vorläufigen Festnahme gereicht hätten, wenn man Ordnungshüter damit beleidigt, waren nun minütlich zu vernehmen. Am Rande notiert: Auch vor dem Spiel war er der Schuldige für die Niederlage, die noch gar nicht feststand. Man kann geteilter Ansicht sein, aber motivierend auch für die Mitspieler ist es sicher nicht. Das 1:0 für die Gastgeber mußte also wieder auf kuriose Weise fallen, nur können wir darüber nicht lachen. Ein Freistoss aus dem Nirwana der Nähe des Mittelkreises, fand seinen Weg ohne das ein anderer Spieler diesen noch berührte, ins Tor. Schade, den auch Uwe Weidemann hatte es genauso gesehen, das die Fortuna das bessere Team gesehen. Gerne nehme ich Kritiken entgegen, von Fans, die es anders gesehen haben. Sei’s drum. Die Saison muss nun fair und ehrenhaft zu Ende gebracht werden und es geht auf ein neues in der nächsten Saison, die aufgrund der Qualifikation zur eingleisigen Regionalliga kein Zuckerschlecken wird.

Union - Fortuna (8)
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Union - Fortuna (10)

Nun ging es in den kulturellen Teil über. Zurück zum Bahnhof Friedrichstrasse marschierten Tobias und ich Richtung Reichstag und Brandenburger Tor. Bei dem Wetter natürlich ein Traum entlang der Spree in das politische Herz unseres Landes zu gehen. Leider erkannt man aber auch am Baustil, das unsere lieben Politiker ausschließlich an der Bevölkerung spart, während die eigene Grossmannssucht keine monetären Grenzen kennt. Koste es was es wolle, nur einen selber darf es nicht treffen. Die kulturellen Bauwerke zu erhalten ist o.k., aber Ämter in die Welt zu setzen, die architektonisch vielleicht toll aussehen, aber auch geldtechnisch alle Rahmen sprengen ist bei der derzeitigen Lage eigentlich nicht zu vermitteln. Aber Schluss mit der Politik. Es war wieder mal ein Erlebnis, auch wenn die Füße langsam anfingen zu glühen.

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So ging es dann wieder zum Hauptbahnhof zurück, von dem wir aus dann um 18.51 Uhr uns wieder Richtung Heimat bewegten. Müde und zerknüllt kamen wir um 23.36 Uhr in Solingen an, von wo Olli sich dann noch mit dem Auto Richtung Krefeld bewegen musste. Ein paar Donuts von der Dunkin´Donut Filiale an der Friedrichstraße erinnerten mit dann heute früh an die Reise, die dadurch ein wenig versüsst wurde.

Und wenn man einen Verein so liebt, wie wir die Fortuna, lebt man irgendwann damit, das wohl ein wenig ein Fluch des Unberechenbaren über der Fortuna liegt.

 

Nun stehen noch die Fahrten nach Leverkusen, St. Pauli und Kiel an.