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VfB Lübeck - Fortuna 95 2:3 (2:1)
Zuschauer 6.400 an der Lübecker Lohmühle
0:1 26. Lambertz
1:1 37. Heun
2:1 42. Kullig (FE)
2:2 62. Heeren (FE)
2:3 70. Pusic
Rote Karte: Langeneke 44. Tätlichkeit
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Lübeck ist also wieder einmal eine Reise wert gewesen. Traumhaftes Wetter, eine schöne Innenstadt, das berühmte Marzipanhaus und 3 Punkte nach einem sensationellen Kampf.
Wie immer wurde vor dem Spiel die Innenstadt “unsicher” gemacht. Für die Lieben daheim gab es wie immer Marzipan in rauhen Mengen. Hätte ich auf der Hinfahrt nicht so viele Staus auf der Autobahn
gahabt (Bremern , Hamburg , Bad Oldesloe und Reinbeck) hätte es auch noch zu einem Strandbesuch gereicht.
Nun zum Spiel:
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Ca. 2 Stunden vor dem Spiel habe ich mir das noch leere Stadion einmal angeschaut. Hier konnte man noch nicht ahnen, das es ein denkwürdiges Spiel geben wird. Alles sehr beschaulich und ruhig. Freundlicherweise
stellte die Geschäftsstelle mir ein
VIP/MIXED-ZONE/INNENRAUM-Presseticket
aus und so konnte ich auch während des Spieles schöne Photos schiessen.
Pünktlich um 19.30 Uhr pfiff SR Thomas Frank das Spiel an und in den ersten Minuten konnte unser Team gut gegenhalten. Keine Spur von der Lethargie des Emdenspiels. Der Ball rollte gut durch die eigenen Reihen,
auch wenn die richtig gefährlichen Torchancen noch Mangelware waren. In der 26. Minute war es dann nach einem Querpass des Lübecker Abwehrspielers Kullig Lumpi, der alleine auf das Tor zurannte und den Ball unter
die Latte drosch und das vielumjubelte 0:1 erzielte. Jubelszenen bei Spielern und Fans der Fortuna.
Von dem Boykott der Ultras war so recht nichts zu spüren, die Unterstützung nach dem Tor grandios. Nun gelang es der Mannschaft noch ein paar Minuten auf Konter zu spielen, ehe kurz vor der Halbzeit das Verderben
über das Team auszubrechen drohte.
Wieder ein Gegentor nach einer Standardsituation und dann noch Elfmeter zum 2:1 und eine Rote Karte für eine laut NDR-Reporter nicht vorhandene Tätlichkeit quasi mit dem Pausenpfiff.
Böses schwante einem ob der Ereignisse kurz vor der Pause. Entsprechend Anti-Fortuna eingestellt ging das Lübecker Publikum zum Pausentee.
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Nach der Pause versuchte unser Team auch mit ein paar Nickeligkeiten den Gegner zu beeindrucken, was auch irgendwie zu funktionieren schien. Von Lübecker Seite hätte man bei Überzahl und Führung eigentlich gut
organisierte Konter erwartet, statt dessen gelang es unseren 10 das Spiel an sich zu reissen. Das sind wieder Momente, warum man diesen Verein lieben muß (vor 9 Tagen war das noch anders).
In der 62. Minute gab es dann Elfmeter für die Fortuna, der von Henri Heeren recht sicher verwandelt wurde. Und genau dieser Henri dachte sich später, das 4 Lübecker einfach zu umfummeln sind und man dann den vor
dem Tor freistehenden Pusic anspielen kann, damit dieser das 3:2 erzielen kann.
Ein wirklich phantastisches Tor, welches unsere Mannschaft da geschossen hat. Mit der Zeit gab es dann noch ein paar Auswechselungen, Podszus, Adewumni und Palikuca kamen, Cebe , Pusic und Canale verliessen
den Platz. Nun war wie vor fast genau einem Jahr wieder zittern angesagt.
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Damals haben wir uns in der 5. Minute der Nachspielzeit noch ein Tor gefangen, aber diesmal ?
Diesmal hielt die Abwehr auch die letzten Minuten souverän durch. Eine brenzlige Schuss-Situation verhinderte Hamza Cakir mit vollem Einsatz, als ihm der Ball genau auf den Körper prallte und er kurz liegen blieb.
Ein paar Sekunden spielten 9 Fortunen gegen 11 Marzipankartoffeln.
Nach ca. 3 Minuten Nachspielzeit pfiff der kratenwedelnde Schiedsrichter dann das Spiel ab und grenzenloser Jubel brandete durch das Team und die mitgereisten Fans (ca. 400) .
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Jetzt hoffe ich, das dieser Sieg die Psyche der Mannschaft so stärkt, das ein Spiel wie in Emden nicht mehr vorkommt. Und das die Diskussion um Trainer Weidemann endlich mal zum Stillstand kommt. Die vielen, die
ihn am liebsten direkt feuern wollten, bringen aber leider keine Alternativen, was das Meckern umso einfacher macht. Auch wenn ich kein Fussballgelehrter bin, die Taktik nach der Pause kann zwar nach hinten
losgehen, aber das 3:2 zeigt, das er (fast) alles richtig macht. Nur noch die Schwäche bei Ecken und Freistössen bekämpfen und die Spiele werden nicht so eng wie gestern.
Um genau 5 Uhr bin ich nach gemütlciher Fahrt (und wiederum Stau) in Solingen angekommen und werde den Sieg in Ruhe geniessen.
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Unabhängig vom Spielaushang ist Lübeck aber eine wirklich schöne Stadt, die es immer lohnt besucht zu werden. Vor allem, wenn die Sonne bei spätsommerlichen 27 Grad Mitte September scheint.
Was man den Verantwortlichen des VfB Lübeck aber mal sagen sollte:
Wenn man vor dem Spiel nur über die Höhe des Sieges philosophiert (wie auch schon beim Lübecker Fastaufstiegsspiel 2005 und dem anschliessenden 0:1) und den Gegner nicht richtig ernst nimmt, kommen solche Spiele
sicher häufiger vor. Die Stimmung auf der Tribüne war aufgeheizt, aber sicher nicht bösartig. Der Frust schien aber schon irgendwie quer zu hängen. Klar, wenn der Gegner Fortuna heißt und in Unterzahl gewinnt.
Grüße an den Neureporter Dirk Deutschländer, der mit mir den Innenraum “unsicher” machte. Du weißt, wenn Du ein Photo von Pino Canale brauchst, während eine Ecke in der ersten Halbzeit schießt und dir
den Rücken zu wendet, melde Dich !!!!
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