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Kopie von jetzaber-2

1.FC Magdeburg - Fortuna 95 1:0 (0:0)

Stadion rechts der Elbe

Zuschauer: 12.000 und ein paar Rechte

Tore:

1:0 82. Torniporth

Magdeburg oder Molwanien, gibt es da Unterschiede ?

Viele werden jetzt nicht wissen, was mit diesem Vergleich gemeint ist. Als ich gestern Magdeburg, die Perle rechts der Elbe verlassen habe, habe ich mich an ein Buch erinnert, welches ich vor einem Jahr gelesen habe. Und in diesem Buch ging es um das Land Molwanien, skurril, unwirklich und einfach nur komisch. Und noch nie hatte ich trotz meiner knapp 3 Jahre die ich in den neuen Bundesländern gelebt habe das Gefühl wieder schnell wegzukommen zu wollen.

Eine ungemütliche Stadt, befremdlich und von vielen Menschen bewohnt, die mit Menschen die von woanders her kommen, Probleme haben.

 

FCM - Fortuna 95 (1)
FCM - Fortuna 95 (4)

Nun bin ich mit meinen 3 Kindern auf dem Weg vom Stadion zum Hauptbahnhof durch das Stadtzentrum dieser wunderschönen Landeshauptstadt marschiert. Am Stadion stiegen wir noch in eine Strassenbahn ein, deren Ziel mit Hauptbahnhof am Triebwagen bekannt gegeben wurde. Mitten auf der Fahrt hatte der Fahrer wohl keine Lust mehr und teilte mit, das er Richtung Betriebshof wolle. Also in diesem Paradies wirtschaftlichem Erfolges kann man es sich also leisten die Arbeit einfach so niederzulegen. Der zahlende Kunde wird sich damit abfinden, wenn er in den Schoss der heimeligen gemieteten 4 Wände kommt. Ob es das 5-Sterne-Hotel “Zum rechten Winkel” oder eine Eigentumswohnungsanlage mit Magdeburger Spitzenniveau handelt, konnte ich leider nicht feststellen. Aber allein diese in hellem Glas gestaltete Glasfassade zeigt den wirtschaftlichen Standart dieser Region. Sollte es ein Hotel sein, wird hier dem Betrachter der Charme dieser Stadt vermittelt. Und sicher kann man sich hier auch fühlen. Uniformierte und haartechnisch glattpolierte junge Männer mit ihrem weiblichen Anhang geben dem Zugereisten ein Gefühl der Geborgenheit. Nicht nur im Stadion, auch in der Innenstadt. Hier wurden aus ordnungspolitischen Gründen schon mal Wessi´s aus Gera (zumindestens hatte das Auto vorne ein G wie Gera prangen) an der Kreuzung stehend angepöbelt und beleidigt.

FCM - Fortuna 95 (29)
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Die Stadtansichten habe ich nun gewürdigt, nun komme ich noch ein wenig zum Umgangston in Magdeburg und zu seinen Bewohnern. Ich möchte sicher nicht behaupten, das jeder Magdeburger ein wenig anders ist, aber der repräsentative Querschnitt, den ich kennengelernt habe, gibt mir ein Gefühl der Unruhe. Angefangen hat es bereits vor dem Hauptbahnhof. Angesprochen auf mein Poloshirt, wo eine Englandflagge war, mußte ich einem Unverbesserlichen alten Herrn erklären, das die Angriffe der Briten auf deutsche Gross-Städte nur die Antwort auf die Angriffe der Deutschen waren. Vermutlich ein Pazifist, der sich seinem Auftreten nach bereits in der ehemaligen DDR Respekt verschafft hat. Schade für ihn nur, das “seine” Zeit abgelaufen ist. Nach gut 5 Minuten war ich ihn los und mußte meinen 3 Kindern erklären, was das denn für ein Mann war.

Am Stadion angekommen fiel erstmal die gepflegte Umgebung auf. Schade, das in Magdeburg Vollbeschäftigung herrscht und es so keine freien Kapazitäten gibt, das Umland ein wenig ordentlicher zu gestalten. Am Gästeblock angekommen musste ich leider feststellen, das Gästefans im Land der rechten Ansichten Freiwild darstellen. Bereits in Cottbus musste man als Exot alles abgeben, nun auch hier. Rucksack ade. Und als man in den Tribünenbereich wollte wurde man standartgemäß abgefummelt, in meinem Fall noch akzeptabel, bei 3 kleinen Kindern schon eher pädophil. Harte Worte, aber so wie Kinder “abgetastet” werden, kommen bei mir Zweifel nach dem Sinn auf. zumal man diesen Kindern dann erklären muss, warum sie so behandelt werden. Auffallend auch hier, das ein gewisser Typus bei der Stellenbesetzung bevorzugt wird. Austrainiert, kurzgeschoren und hohl in der Birne. Vor dem Spiel wurde noch geklärt, ob man kurz nach dem Spiel auch schnell wieder Richtung Bahnhof kommen kann. Das wäre ja nun kein Problem. Das habe ich nach dem Spiel gemerkt. Selbst mit 2 weinenden Kindern dürfte man 35 Minuten am Tor stehen und warten. Mitleid und Mitgefühl: nein, Grips in der Birne: nix.

Es wurde immer ungemütlicher, was meine Stimmung betrifft. Nun wird man so behandelt, als wenn man als Vandale durch die Länder reist und nur Schutt und Asche hinterlässt. Mit 3 Kindern, Lehrlingen des Bösen im Schlepptau. Die Polizei wäre es in Schuld. Aber warum sagte man vor dem Spiel, man könne direkt nach dem Abpfiff gehen. Warum dürfen Gästefans es nicht, was den Heimfans erlaubt wird. Lassen wir das Grundgesetz mal aussen vor, Das Strafgesetzbuch nennt so etwas Freiheitsberaubung, in dem Falle ausgeführt von Menschen, die nicht den Eindruck machen, in jeder Situation Herr der Lage zu sein.

Mal abgesehen von dem freundlichen Sicherheitsmitarbeiter, der mir 3 x das Fangnetz vor das Gesicht gezogen hat. Hätte er sich einfach mit mir gesprochen, dann hätte ich gewusst was er wollte. So nicht, aber was erwarte ich eigentlich.

Welchen Sinn es hatte, Gästefans so lange warten zu lassen um dann diese ohne Begleitschutz zu ihren Autos gehen zu lassen und uns unter Magdeburgfans ohne Schutz gehen zu lassen, macht die gesamte Aktion davor nur lächerlicher.

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Sehr schön, wenn einem permanent das Gefühl der Sicherheit gegeben wird. Die Einheimischen werden freundlich von der Ortspolizei davon abgehalten Gästefans durch den Ort zu treiben. Nein, hier möchte ich nicht mehr hin. Nirgendwo habe ich mich jemals im eigenen Land so fremd gefühlt wie in dieser Stadt. Mit den Menschen wird man auch irgendwie nicht warm, das liegt vermutlich daran, wie man vorher behandelt wurde.

Ich bin mir auch sicher, das einige Sprichwörter aus Magdeburg kommen, Alles was Recht(s) ist und Recht(s) haben und Rechts(s) bekommen sind da nur Beispiele.

Selbst der berühmte Ampelpfeil ist für Rechtsabbieger. Und was Magdeburgs Muttis machen, wenn sie nach ihrem Sohn schauen, ist zwar ein Kalauer, aber in Magdeburg eher eine reelle Geschichte. Nach dem Rechten schauen.

Was 17 Jahre nach dem Mauerfall ausser Handy, Westauto und paramilitärischer Kleidung und rechtsradikalem Gedankengut noch entwickelt hat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber Millionensubventionen halfen in dieser Stadt sicher nicht.

Das sicnd nun meine Empfindungen von einer Reise nach Magdeburg, dem Ort der ersten Saisonniederlage und des ersten Gegentores. Aber das hat mich bis jetzt weniger geärgert, wie die Umstände dieser Reise.

Sicher war die Niederlage unnötig. Bei einem Sieg wäre der Ärger auch nicht so allgegenwertig gewesen. Aber heute passte irgendwie alles ins Bild. Nach einer eher langweiligen ersten Halbzeit, machte die Fortuna in guter Spitzenreitermanier das Spiel und hatte auch entsprechende Chancen in Führung zu gehen. Währenddessen gelang dem Gastgeber kaum zählbares und Torchancen gab es auch nicht.

So musste sich Michael Melka in der 82. Minute mit der ersten grossen Torchance der Elbestädter geschlagen geben. Nicht verdient, aber andererseits gewinnt die Fortuna im Laufe der Saison auch Spiele einmal unverdient und freuen tut man sich dann trotzdem. Selbst in den verbleibenden Minuten gab es noch Chancen zum Ausgleich, aber es sollte wohl an diesem 15.09. nicht sein.

Wenn am nächsten Spieltag wieder 3 Punkte im Heimspiel gewonnen werden, wird diese Niederlage keine Folgen haben. Nun kommt der VfB Lübeck, mit meinem Lieblingsspieler Dustin Heun (der würde nicht nur optisch zu den Sicherheitskräften nach Magdeburg passen).

Zurück ging es mit der Regionalbahn nach Wolfsburg, von dort aus mit dem ICE nach Hamm und weiter mit dem Regionalexpress nach Solingen.

Hinter Magdeburg ging es über Hallensleben, Groß Allersleben, Wermöchtedanochleben und Wiekannmandanurleben wieder in den gelobten Westen. Wären da nicht so viele andere vernünftige Menschen im Osten würde ich mir noch heute eine Firma für Mauersteine kaufen und diese zum Wiederaufbau der Mauer verwenden. Vielleicht wäre eine Mauer um Magdeburg herum schon genug. Den Charme der DDR verströmt diese Stadt immer noch, auch ein Zeichen, wie toll der Kommunismus, dem viele immer noch nachtrauern, gewesen sein muss. Ein wenig bedenklich in Bezug auf realistische Selbsteinschätzung fand ich diesen Schriftzug in Sichtweite vom Stadion. Einfach mal in den Spiegel schauen !!

FCM - Fortuna 95 (26)

Diese bitterbösen Zeilen geben meine persönlichen Empfindungen von dem Aufenthalt wieder. Andere Meinungen akzeptiere ich, jeder hat u.U. andere Auffassungen von menschlichem Umgang, Verhalten und Benehmen. Wer sich beschweren möchte kann dies gerne in sachlicher, verbaler Härte machen. Das Gästebuch steht zur Verfügung. Weitere Bilder hier.