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Kopie von jetzaber-2

Dynamo Dresden - Fortuna 95 0:0

Rudolf-Harbig-Stadion

Zuschauer: 13.133

Tore: Fehlanzeige

Eine Reise nach Sachsen oder in eine andere Welt.

Nach ziemlich genau einem Jahr ging es wieder mal nach Dresden, in die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Hier wird der Fussball noch gelebt und geliebt. Und das möchte man auch zeigen. Dazu später mehr.

Die Fahrt, die am frühen Morgen am Bahnhof in Solingen begann, war bereits am Anfang von kleinen Pannen der Deutschen Bundesbahn betroffen. Die Verspätung von 3 Minuten bis Wuppertal sorgte dafür, das mein ICE Richtung Berlin davon fuhr. Kurzum wurde seitens der Bahn mein Weg zum Spiel über Hannover und Leipzig umgebucht. Nur leider schaffte es der ICE 555 dann aber nicht pünktlich nach Hannover und mein Anschlusszug fuhr ohne mich nach Leipzig. Also doch weiter nach Berlin und dort dann 90 Minuten auf den EC Richtung Tschechien warten, der mich dann in Dresden absetzen sollte. Wenigstens das klappte dann doch und so kam ich mit insgesamt 2 Stunden Verspätung in der Elbflorenz an.

Dort holte mich ein ganz lieber Sammlerkollege und Dynamofan ab und wir machten einen kurzen Ausflug in die Innenstadt zum Dresdner Fussballmuseum. Hier wurde mir als Sammler warm ums Herz, spätestens als ich das Programm Fortuna - Dresdner SC vom 05.12.1937 in einer Vitrine entdeckte. In Kürze werde ich die Seite des Museums unter Links aufführen. Absolut lohnenswert für den interessierten Fussballhistoriker und Fussballfreund.

Da die Zeit dann durch die Verzögerungen eng wurde fuhren wir gemeinsam direkt raus zum Stadion. Dieses war gute 90 Minuten vor Spielbeginn noch recht leer und so entstanden die ersten Bilder vom alten Rudolf-Harbig-Stadion, welches in Kürze grundlegend umgebaut wird.

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Positiv war dann auch zu bemerken, das das Wetter mitspielte. So sollte einem schönen Fussballabend nichts im Wege stehen. Als Tabellenführer kamen ja nicht nur die Spieler der Fortuna mit breiter Brust zu diesem Spiel. Wann gab es das zum letzten Mal, das wir als Favorit relativ entspannt eine solche Tour durchleben konnten.

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Ich nahm im Gegensatz zu den anderen mitgereisten Fortunafans im Block A auf der Tribüne Platz, eben neben meinem Freund aus Dresden. Mit der Zeit füllte sich dieser Block auch entsprechend. Ich bemerkte aber auch, das eine Äusserung zugunsten der Fortuna mich unter Umständen zu einer menschlichen Leuchtrakete gemacht hätte. Ich kann mit Euphorie und auch Rivalität im Fussball sehr gut leben. Das macht für mich gerade bei den Auswärtsfahrten den Reiz aus. Was aber an verbalem Hass den Gästen, in diesem Fall aus Düsseldorf entgegen kam, lässt mir noch 24 Stunden später die Sprache verschlagen. Klar, gewisse Beleidigungen und Schmährufe sind üblich, aber was ich hier im Interesse des Jugendschutzes alles nicht schreibe sprengt den Rahmen der sportlichen Rivalität und geht einfach unter die Gürtellinie. Wer bei Äusserungen wie “Cebe, Du Kanake” keinen rassistischen Hintergrund sieht, denkt entweder selber so oder ist resistent gegen rechte Tendenzen im Fanumfeld der Dynamo-Dresden-Fans, Ich möchte auch ausdrücklich schreiben, das sicher nicht alle so denken. Aber ist Schweigen in dem Moment nicht auch Billigung oder Unterstützung dieser Gruppierungen ? Scheiss Wessis war ja noch harmlos und wenn ein Fortune es gewagt hat einen Dynamospieler zu foulen, wurde alles an beleidigendem Vokabular rausgekramt. Schade, ich habe mich letztlich nicht mehr getraut, meinen Fortunaschal als Gästefan auf der Haupttribüne zu zeigen, auch auf Anraten meines Freundes hin. Aber das macht normalerweise auch einen grossen Teil der Fankultur aus zu zeigen, das man Fan der Gastmannschaft ist. War es nicht früher auch so, das man dem weitgereisten Fan Respekt zollte ? In Dresden sicher alles, nur das nicht. Da ich während der 90 Minuten nicht laut meine Mannschaft unterstützt habe, ist mir natürlich auch kein persölnlicher hass entgegengekommen, aber wohl gefühlt habe ich mich nicht. Da ich aber bereits 20 Minuten nach dem Abpfiff meinen Nachtzug bekommen mußte, wollte ich das Risiko der Blocksperre im Gästebereich nicht eingehen. Blöde Situation.

Ich hoffe inständigst, das es den Offiziellen des Vereins und den ganzen vernünftigen Fans möglichst schnell gelingt dieses Unwesen aus dem Fanumfeld des Vereines zu entfernen. Wenn es allerdings keine Anstalten diesbezüglich in der Öffentlichkeit geben sollte, wei0 man wohl wessen Geistes Kind dieser Verein ist, der bei vernünftigem Umgang mit anderen Fussballfans durchaus den Kultstatus von St. Pauli haben könnte. Und das nicht nur in Sachsen.

Und noch zähle ich diesen verein zu den Traditionsclubs dieses Landes, aber dieser Ruf steht auf dem Spiel.

Eine andere Frage ist, warum der DFB bei den vielen Vorkommnissen nicht dieselben Konsequenzen zieht, unter denen andere vereine schon länger (zu Recht) leiden.

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Nun zum Spiel.

Direkt zu Beginn des Spieles hatte Dynamo eine grosse Chance, die die Taktik der Fortuna über den Haufen geworfen hätte. Danach zeigte unser Team aber im Stil eines wahren Tabellenführers, wie man in einem gutgefüllten Stadion und einer hitzigen Atmosphäre aufzutreten hat. Gut vorgetragene Angriffe mit ein paar guten Chancen kamen dabei raus. Leider fiel aber diesmal nicht das 0:1, auch weil der Torwart der Dynamos Herber hieß, der bereits im letzten Heimspiel gegen Dresden wahre Wundertaten vollbrachte. 2 Minuten vor der Pause ging ein halber Fallrückzieher vom Axel Lawaree knapp gegen das Tor und ein abgefälschter Freistoss von Anfang wurde so gerade noch von der Linie gekratzt. Nicht zu vergessen der Kopfball Mitte der ersten Hälfte, den Penska von der Linie holte.

Nach der Pause war dann das Spiel der Fortuna nicht mehr so druckvoll und die Heimelf kam besser ins Spiel. Ohne dabei erstmal die grossen Chancen herauszuspielen. Erst später im Spiel hatte Dynamo bei 2 Kontern grosse Torchancen, die Melka aber im Stile eines Großmeisters abwehrte und seinen Status als Torwart ohne Gegentor aufrecht erhielt. Dobry und Jungnickel vergaben die Chancen. Ein Kopfball von Langeneke und eine Chance 6 Minuten vor dem Ende von Kastrati hätten unter Umständen zum Sieg gereicht. Letztlich bin ich aber mit dem Unentschieden zufrieden. 10 Punkte aus den Auswärtsspielen, davon mit Wuppertal, Berlin und Dresden auch 3 schwere Spiele, kann amn sehr gut leben. Nun gilt es am Samstag mit einem Sieg im Heimspiel gegen Verl diesen Punkt in Dresden aufzuwerten. zumal dann die Tabellenführung bei uns bleiben würde.

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Um nicht nur Negatives über Dynamofans zu berichten, möchte ich mich vorab bei meinem Sammlerkollegen aus Pulsnitz für den schönen halben Tag bedanken, auch weil ich weiß das so Menschen wie er den richtigen Dynamofan verkörpern. Ein weiterer Dank an Jens vom Fussballmuseum. Der Dank würde nach Versand des Fortunaheftes von 1937 noch viel grösser sein !! Und bei dem netten Herrn von der Allianz-Agentur Möck, der mir nach dem Schal in der Vorsaison diesmal den Spielwimpel vom Spiel überreichte. Wieder gab es diese schöne Fanutensil in 10-facher (zehn !!!) Ausfertigung. Um so mehr freue ich mich einen bekommen zu haben.

Und genau solche Fans lassen mich hoffen, das dieser Kultverein es irgendwann schafft sich von diesen Möchtegernfans und menschlichen Bazillen zu befreien. Allerdings mache ich mir bei dem Auftreten einzelner “Typen” Gedanken, das es länger dauern könnte.

Für mich ging es mit dem Schlusspfiff ins dunkle Dresden zu einem Dauerlauf zum Hauptbahnhof. Weil 17 Minuten nach dem Abpfiff mein Nachtzug zurück in die Heimat ging. Und da danach kein Zug mehr nach Solingen fuhr bleib mir keine andere Alternative. Im Zug noch kurz was gegessen schlief ich aber bereits kurze Zeit später ein und so ging der Weg wieder zurück über Zossen, Berlin. Hannover und Dortmund direkt zum Solinger Hauptbahnhof. Nach einer kalten Dusche und etwas Deo dann auch in die Bank zur Arbeit........... .

PS: Lieber Dresdner, die dieses gelesen haben. Die Vernünftigen können mir gerne ein Mail schicken und mit mir ihre Meinung austauschen. Die Dynamofans, die mir letztes Jahr mit Drohungen meinen Postkorb und mein Gästebuch zugemüllt haben: Lasst es einfach sein, begbt euch dahin, wo euer Niveau seinesgleichen findet, in der Landesklinik um die Ecke oder im Zoo, wobei ich keiner Tierart zu Nahe treten möchte. Wer dies als beleidigend empfindet, im Gästebuch stehen die Einträge noch zum Nachlesen.

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