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Kickers Emden - Fortuna 95 1-2 (1-0)
Zuschauer: 4.350
Embdena-Stadion
Tore:
1-0 Zedi 43.
1-1 Cebe 71.
1-2 Palikuca 85.
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Die Fortuna dreht ein Spiel !!!!
Das und die Tatsache, dass es endlich wieder ein Team der Fortuna gab, sind die wichtigsten Eindrücke von dieser Tour an einem Mittwoch nach Emden. Diesmal gab es einen strahlend blauen Himmel und fast schon zu
hohe Temperaturen für ein Fussballspiel im Mai. Nach dem 4-0 gegen Dortmund konnte man den Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrössern, aber ein Sieg war nicht nur deswegen Pflicht. Weil RW Oberhausen sich in
Wolfsburg keine Blöße gab, stand die Mannschaft unter dem Druck gewinnen zu müssen, um noch eine Chance auf den Aufstieg zu haben. Und das war sicher bisher nicht die Stärke unserer Helden aus Flingern. Aber nun von
vorne:
Alleine ging es nach ein paar Stunden Arbeit mit dem Auto in die Stadt an der Nordsee. Dank der A31 bei knapp 300 km kein schwieriges Unterfangen, Nur eine Umleitung bei Meppen verzögerte die Hinfahrt etwas. Nach
der Ankunft im schönen und warmen Emden zog ich kurz durch die Innenstadt, stattete dem Otto-Huus den Standartbesuch ab und fuhr noch etwas an die Küste. Bei dem Wetter ein Traum.
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Im Umfeld des Stadions suchte ich mir dann gegen 17 Uhr noch einen ruhigen Parkplatz um mich noch auszuruhen für die Heimfahrt nach dem Spiel. Hier fiel mir keine 600 m vom Stadion entfernt diese Seitenstrasse
auf, in der ich mein Auto spontan abstellte.
Inzwischen kamen auch immer mehr Fans der Heimmannschaft aus den umliegenden Wohngebieten, aufgrund der Parkplatzsituation bevorzugt mit dem Fahrrad. Nun hatte ich gegen 18 Uhr mein kurzes Schläfchen aus und so
ging ich die paar Meter zum Stadion, wo sich an den Kassenhäuschen die ersten Schlangen bildeten. Insgesamt eine freundschaftliche Stimmung in diesem Kleinod deutscher Stadionbaukunst .
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Auch kulinarisch wurde dem Rheinländer neben den üblichen Angeboten aus der Region etwas geboten. Bei vernünftigen Preisen liessen es sich viele gutgehen. Und die Stimmung im Stadion war vor dem Spiel prächtig.
Nette Gespräche mit den Heimfans rundeten den bis dahin sehr guten Eindruck ab. Da ich leider von der Geschäftsstelle der Fortuna keine der ca. 25 Tribünenkarten bekommen hatte, musste ich mich in der ersten Hälfte
auf der Gegentribüne unter die Heimfans mischen. Mit dem Fortunaschal nicht immer eine Freude.
Die ersten Zweifel kamen auf, als der Stadionsprecher erwähnte, daß 2 Schläuche bei der Bewässerung des Rübenackers geplatzt seien und es so auf den Aussenbahnen und vor den Strafräumen zu, gelinde ausgedrückt,
Deutschland-Polen 1974-Verhältnissen kam. Was war geschehen. Glaubt man dieses Märchen oder wollte der Heimverein sich nur bessere Bedingungen schaffen ? Aber letztlich egal, es war peinlich, Wasserfontainen bei
einem Spiel sehen zu müssen, wenn es vorher tagelang nicht geregnet hat (--> Lübeck-Spiel) .
Dort konnte keiner etwas dafür, hier ist es als dilettantisch zu bezeichnen. Nein, das untere Bild ist aus Emden, nicht aus Lübeck.
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Nun kam es um 19 Uhr endlich zum Anpfiff dieses Spiels, welches die Zuschauer auf beiden Seiten mit Spannung erwartet haben. Für beide Vereine ging noch etwas nach oben, allerdings sollte der Blick nach unten
nicht zu sorglos genossen werden. Zumal die Emder bereits ein Spiel mehr auf dem Konto haben. Entsprechend motiviert und auch rustikal in der Spielweise übernahmen die Gastgeber das Spiel und kamen bis zur 14.
Minute auch zweimal gefährlich vor das Tor. Die Fortunaabwehr, in Lübeck und Ahlen noch eine Katastrophe, konnte aber hinter mit Langeneke und Palikuca das Tor sauber halten. So etwas wie Teamgeist war zu verspüren
bei der Fortuna und so fiel es nicht mehr so auf, das mit de Cock und Cakir zwei der stärksten Verteidiger der Liga fehlten. Auch Ratajzcak vertrat Melka gut. Seine Unsicherheiten aus dem Spiel gegen Dortmund 2
fanden heute nicht statt. Aber Fortuna wäre nicht Fortuna, wenn nicht ein Ex-Spieler wieder Unfug anstellt und ein Tor gegen seinen Ex-Verein schiesst, bzw. köpft. Natürlich war es Zedi, der kurz vor der Pause einen
Ball wuchtig ins rechte obere Eck köpfte, unhaltbar für den Torhüter. Nimmt es wieder den Lauf, an den sich Fortunafans im Laufe der Jahrzehnte gewohnt haben ? Kurze Zeit später pfiff SR Christ aus der Region zur
Pause.
Ich verließ meinen Platz im Emder Fanblock und versuchte meine Wut über das 1-0 für die Heimmannschaft ein wenig zu kompensieren in dem ich im Stadion herum ging. Schnell mit ein paar Diskussionen mit Fortunafans
ging die Pause vorbei. Da ich keine Lust mehr hatte bei schelchter Sicht und Einheimischen zu sein, schleuste ich mich auf die Tribüne, in die erste Reihe neben der anwesenden Düsseldorfer Presse. Und von hier aus
konnte man das Spielgeschehen wesentlich besser überblicken. Kein Zaun, der stört und keine Fans die einen nerven.
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In der 2. Halbzeit dauerte es aber leider über 20 Minuten, bis unser Team den Kampf zu 100 % angenommen hatte. Wieder schien ein Spiel nach dem Schema F (=Niederlage nach Rückstand) zu laufen. Aber in eine kleine
Phase, in dem das Heimteam auf die Entscheidung drängte, kämpfte sich die Fortuna den Ball zum 1:1 ins Tor. Nach einem weiten Ball vor den Strafraum verlängerte erst ein Fortune den Ball nach vorne und nach einem
Gestocher diverser Spieler beider Teams rollte der Ball vor den Schlappen von CB (Aussprache des Stadionsprechers nach dem Tor), der den Ball mit Gewalt und Vollspann ins Tor drosch, unhaltbar für den Emder TW
Rickert. Es wurde zwar noch Handspiel reklamiert, aber der Treffer zählte. Die Fans, die vorher noch Kampf einforderten, standen nun wie eine Wand hinter ihrem Team. Und die geschockten Emder ließen sich
zurückdrängen. Der Fortuna war der eine Punkt zu wenig und so warf das Team alles nach vorne (warum nicht immer so ?) In der 85. Minute dann der grosse Auftritt des Robert Palikuca. Einen Freistoss, der gefühlte 30
Sekunden in der Luft war, versenkte er mit dem Kopf in das Eck, welches sich in Hälfte 1 noch für das Gegentor verantwortlich zeichnete. Eine Spielertraube, bestehend aus denen, die auf dem Platz standen und den
Reservespielern jubelte, als wenn gerade die Meisterschaft gewonnen wurde. Ich möchte nicht darüber nachdenken, was mit dieser Einstellung bei einigen Spielen möglich gewesen wäre. Als nach ein paar Unterbrechungen
und Nickeligkeiten das Spiel nach ca. 93 Minuten abgepfiffen wurde, kannte der Jubel endgültig ekine Grenzen mehr.
Die Wiedergutmachung der Pleiten und der Anschluss an RWO und Ahlen (mit Abstrichen) war hergestellt. Euphorisch konnte ich zum Auto gehen und in Ruhe die Heimfahrt angehen. Leider wurde man seitens der Heimfans
von einigen Personen angepöbelt, ein Zeichen, das auch bei dem Verein, der für familiäre Atmosphäre und Fairness steht, die Nerven blank liegen. Im WDR-Bericht an dem Abend konnte ich nach der Rückkehr auch sehen,
das Vereinsoffizielle auf den Schiedsrichter loswollten.
Aber egal. Mit 54 Punkte im Gepäck ging es um 21.10 Uhr wieder auf die Heimfahrt, wo ich gegen 23.15 Uhr zu Hause wieder ankam. Mal sehen, ob die Fortuna eine Siegesserie starten kann, die nötig ist, um wenigstens
einen der 2 Topteams abzufangen. Heute am Freitag hat RWO bereits wieder vorgelegt und so bleiben (einen Heimsieg gegen WOB 2 vorausgesetzt) nur noch 3 Chancen um den Rückstand von 2 Punkten und vielen Toren
aufzuholen.
Ich denke, der Sieg war am Ende verdient und ein wenig Schadenfreude ob der Peinlichkeit mit der Bewässerung bleibt bei mir haften. Für Robert Palikuca habe ich mich sehr gefreut, seine Emotionen alleine nach dem
Tor waren die Reise schon wert. Heute stand in einem Ölner Käseblättchen mit Vorschulniveau, sein Vertrag würde nicht verlängert. Ich hoffe die Recherche dieser Pressegötter ist genauso mies, wie bei der
Verpflichtung von Icke Häßler vor 12 Jahren. Der hat nie bei uns gespielt.
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