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Es hat nicht sollen sein. Selbst das tolle 4-0 in der thüringischen Landeshauptstadt hat nicht gereicht, da die Berliner 0-3 gegen RW Oberhausen verloren haben. Seit einer Woche haben wir gefiebert um eventuell
den Aufstieg zu erleben. So haben wir uns an diesem denkwürdigen 31.05.2008 um kurz vor halb 6 auf den Weg gemacht. Noch konnten wir nicht wissen, dass nicht nur das Spiel und die Stimmung im Stadion
aussergewöhnlich sein sollte, sondern auch, dass das Wetter in der Nacht zuvor verrückt spielte und so der gesamte Fahrplan der Bundesbahn östlich von Frankfurt nur noch Makulatur war.
Über Öln, Bonn, Koblenz ging es an der wirklich schönen Rheinlinie entlang mit dem IC nach Mainz. Dort umgestiegen fuhren wir weiter nach Frankfurt Hbf. Dort begann das Dilemma. Der Zug über Fulda, Eisenach nach
erfurt fiel aus, ersatzlos. Leihwagen waren auch nicht mehr zu bekommen. Auf Anraten der Bahn und mit der Zusage in Fulda einen Leihwagen zu bekommen, setzten wir 4 uns, verstärkt durch den inzwischen bei uns
gelandeten Sven, in den ICE, der allerdings auch nur im Schneckentempo fuhr. Ziel war also Fulda, wo wir allerdings keinen Leihwagen bekamen, da angeblich keiner angerufen hätte. Mit wem hat den der freundliche Herr
von Europcar in Frankfurt telefoniert, wenn nicht mit der Abteilung in Fulda ? Im Zug hatten wir dann auch ein freundliches Pärchen kennengelernt, auch mit dem Ziel Fortuna in Erfurt zu sehen. Wir hatten uns
verständigt aus Kostengründen eine Taxifahrt gemeinsam als Notlösung zu planen. Vor dem Bahnhof hatten wir dann ein Grossraumtaxi festgemacht und ich mußte nur noch Sven aus der Bahnfiliale loszueisen. Aber da er
hartnäckig war, dauerte es etwas. Als wir dann ein paar Minuten später zum Taxi kamen, hatte sich das Pärchen mit 2 anderen Fortunen bereits mit einem anderen Taxi abgesetzt. Sportlich fair, Respekt. So setzten wir
4 und Sven uns halt in das Taxi und fuhren ebenso von Fulda nach Erfurt, zu einem Fixpreis von € 200,--. So kostete also jedem die Fahrt € 100,--, aber was macht man nicht alles für die Fortuna. So kamen
wir abgehetzt 15 Minuten nach Anpfiff in den total überfüllten Block G des Steigerwaldstadions. Natürlich nicht, ohne den Vollblutordnern eine kleine Bauchtasche mit einem Bahnticket, einem Handy und einer kleinen
Kamera gegenüber zu entleeren und den Inhalt dann in der Hosentasche lose mit ins Stadion zu nehmen. Das wäre bei allen Gästefans so. Bei Rucksäcken und Handtaschen größerer Sorte habe ich damit keine Probleme,
allerdings bei einer Tasche in dieser Größe (siehe Energie Cottbus - Fortuna 95). Traurig, mit welchen Sorgen man als Auswärtsfan empfangen wird. Dazu
Unmassen von Ordnern und Polizisten in Kampfuniform, die einem nicht das Gefühl der Sicherheit, sondern das man ein Schwerverbrecher auf Reisen ist.
Aber gut, wir waren nun im Block angekommen und hörten zu Erst, das RWO in Berlin führt. DAmit war bei den 6.000 Zuschauern aus Düsseldorf die Luft ein wenig raus. Spätestens als RWO das 2-0 machte und Berlin nur
noch in Unterzahl spielte, war klar, das es leider mit dem Aufstieg nichts werden wird. So long, als Fortunafan liebt man seinen Verein und weiter geht es. Schön, daß ich viele Weggefährten aus alten Zeiten im
Stadion gesehen habe. Und Axel Bellinghausen, Frankie Mayer und Pico Niestroij standen in der Fortunakurve und unterstützten ihren Ex-Verein. Dies kann man nicht in Worte fassen, hier sind Spieler, die den Verein
aus irgendwelchen Gründen verlassen haben, wohl mit dem Herz noch Fortunen !!! Phantastisch.
Und so plätscherte das Spiel so vor sich her, bis die Fortuna per Elfmeter und mit 3 anderen schönen Toren das Spiel zu ihren Gunsten drehte und mit 4-0 führte. So bejubelten wir das Team bis zum Ende und feierten
die Spieler, die uns eine tolle Saison mit fehlendem Happy-End bescherrt haben. Ein wenig traurig verliessen wir unter dem einen oder anderen Hohngesang die Stadionumgebeung und machten uns mit 2 freundlichen
Erfurtern und einer jungen Erfurterin auf dem Weg zum Hauptbahnhof. Wie es sich zu diesem Tag gehört, goß es dann auf diesem Weg aus allen Löchern und wir wurden noch ordentlich nass. Der jungen Frau schenkten wir
ein Fortuna-T-Shirt, damit sie mit uns durch die am Bahnhof wartenden RWE-Fans an der Polizei vorbei kam. Am Bahnhof verabschiedeten wir uns dann von ihr und machten uns auf den zweiten Teil der Odyssee Richtung
Heimat.
Unser Zug fuhr dann von Gleis 1 Richtung Kassel-Wilhelmshöhe, da die normale Strecke Richtung Fulda immer noch gesperrt war. Dort schafften wir es, dann dank falscher Beschriftung in den ICE gen München
einzusteigen, was wir aber zum Glück in Fulda bemerkten. Dort wieder raus verspäteten sich dann nahezu alle Züge und so kamen wir dann mit dem erstbesten ICE in Frankfurt-Süd an. Und von dort kam dann um 21.37
unsere Rettung. Ein ICE Richtung Öln, der diese Strecke in ca. 70 Minuten bewältigte und so waren wir zumindestens wieder in der Nähe unserer bergischen Heimat. Noch ein paar Sprüche, die wir uns anhören mussten am
Ölner Hbf wegen der Fortunatrikots, schafften wir es dann um 23.52 in den RE nach Hagen, der uns in Solingen dann um 0.19 müde, traurig ablieferte. Aber auch stolz auf den Verein, den wir “lieben” und
für den wir auch in der 3.Liga unsere Zeit aufwenden werden. Bilder zur Erfurtreise hier.
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