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Eintracht Braunschweig - Fortuna 95 5:5 (1:2)
Stadion Hamburger Str.
Zuschauer: 14.500
1:0 Morabit 1.
1:1 Christ 11. Elfmeter
1:2 Jovanovic 12.
2:2 Lenze 49. Elfmeter
2:3 Lambertz 50.
3:3 Lenze 52.
3:4 Costa 54.
4:4 Boland 63.
4:5 Christ 87.
5:5 Banser 90.
Schiedsrichter: Daniel Siebert
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5:5
Was gibt es zu so einem Ergebnis zu sagen. Wir, d.h. mein Vater und 2 meiner Kinder waren Augenzeugen eines der ungewöhnlichsten Spiele, die ich je gesehen habe. Wäre ich vor dem Spiel u.U. noch mit einem Remis
zufrieden gewesen, so war dies dann doch eher eine gefühlte Niederlage. Wer den gesamten Wochenendbericht lesen möchte, der liest ab hier, wer sich nur für den fussballerischen Teil interessiert, der scrollt bis zum
ersten Fussballbild herunter.
Und dabei begann dieses Wochenende doch so schön. Da es nun Mai geworden ist, haben wir frühzeitig geplant, dieses Wochenende mit einer Übernachtung von Samstag auf Sonntag zu planen. Dabei fiel unsere Wahl auf
die Stadt Hameln, ca. 230 km von Solingen entfernt. Also eine Strecke, die man selbst auf der Landstraße gemütlich fahren kann. Und so haben wir uns auf dem Weg zum ersten Etappenziel noch das Hermannsdenkmal und
die Externsteine bei schönstem Wetter angeschaut.
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Hier galt es auch den Kinder ein wenig deutsche Geschichte zu vermitteln. Da sie familienbedingt schon so weit alles über die Fortuna wissen, mußte ich da ein wenig nachhelfen. Insgeheim habe ich vielleicht
gehofft, daß es ein gutes Omen für die Fortuna ist, wenn ich meinen Kindern vorab ein kulturelles Programm biete.
In Hameln, einer Stadt im Weserbergland angekommen, genossen wir dann die Ruhe vor dem sonntäglichen Sturm. Noch ahnten wir auch nicht, das diese Ruhe das absoluten Kontrastprogramm für die nervenaufreibenden 90
Minuten in Braunschweig sein sollten. Die Stadt liegt bereits in Niedersachsen und liegt im Landkreis Hameln-Pyrmont. Mit etwas mehr als 58.000 Einwohnern zwar nicht besonders groß, besticht die Stadt durch
ihren mittelalterlichen Stadtkern, der überwiegend aus restaurierten Fachwerkhäusern besteht. Und genau in diesem Stil war auch unser Hotel gebaut worden. Außen wunderschön und innen praktisch.
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Nachmittags immer ein Ohr am Radio bezüglich der Spiele in Dresden und Aalen, bummelten wir durch die Geschäfte. Nach den erfreulichen Ergebnissen gingen wir zufrieden gegen Abend in ein altes Lokal und liessen
den Abend im Hotel ausklingen. Denn am Sonntag sollte es weiter nach Braunschweig gehen. Und noch immer war die Nervosität da, was da im Stadion an der Hamburger Str. passieren sollte. Nachdem wir dann über
Nordstemmen, Hildesheim und Salzgitter nach Braunschweig kamen, war es bereits 12 Uhr und so entschlossen wir 4 uns, im Umfeld des Stadion einen Parkplatz zu bekommen.
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In Braunschweig war wie immer angenehm, daß man auch mit Fortunautensilien rumlaufen konnte. Der ein oder andere kleine verbale Seitenhieb bei ansonsten offenkundigem friedlichem Verhalten lassen solche Fahrten zu
einem positiven Erlebnis werden. Keine der einem vorschreibt, wo man zu parken hat, keiner der einem erzählt, daß man als Gast nicht auf die Haupttribüne kommen darf. Die Polizei war auch heute präsent, verhielt
sich aber bewußt defensiv, so daß dies auch nicht ins Gewicht fiel. Einzig allein die Schuhkontrolle, die ich von der Tribüne aus beobachten konnte, missfiel mir. Das ist dann schon ein wenig entwürdigend. Aber das
war auch das einzige kleine Negative an diesem Tag, was die Abwicklung und das Drumherum betrifft. So saßen wir bereits eine Stunde vor Spielbeginn im Fortunblock auf der Haupttribüne. Hier habe ich bereits Mitte
der 80er-Jahre die ersten Spiele der Fortuna gesehen. Auch in der zweiten Liga 87-89, in der Katastrophensaison 92-93 und in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga war ich zugegen. Seitdem hat sich am Stadion einiges getan.
Eine neue Gegentribüne und eine neue Heimfankurve wurden im Laufe der Zeit gebaut. So blieb trotzdem der alte Stadioncharakter erhalten. Mit dem kleinen Defizit, das immer noch eine Laufbahn den Platz und die
Zuschauerränge trennt. Insgesamt haben wir aber die Fortuna in Braunschweig speziell in den letzten Spielzeiten immer recht erfolgreich spielen sehen.
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Hochkonzentriert bereiten sich unsere Spieler vor dem Spiel auf dieses wichtige Match vor. Zum Glück erwies sich die Verletzung von Lumpi als nicht so schwerwiegend. Ich war sehr erleichtert, als ich seinen Namen
auf der Aufstellung vorfand. Allerdings mußte Abwehrchef Langeneke bei diesem wichtigen Spiel passen (war das der Grund für seine “schlechte” Laune in Gerresheim ?) und so kam Palikuca zu einem Einsatz
von Beginn an. Für die Braunschweiger steht der Klassenerhalt eigentlich fest. Rein rechnerisch ist es zwar noch möglich, aber die anderen werden sicher nicht alle Punkte einfahren. So begann um 14.00 Uhr an diesem
10.05.2009 ein denkwürdiges Spiel, in dem meiner Ansicht nach der mittlere dieser 3 Herren eine unrühmliche Hauptrolle spielen sollte:
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Es handelt sich um den gerade 25 Jahre alt gewordenen Herrn Siebert aus Berlin. Als ich ihn vor dem Spiel ansprach und “bat” keinen, auch nicht die Fortuna zu benachteilgen, konnte ich noch nicht
ahnen, das (meiner Ansicht nach) er einen Schrott zusammenpfeifen sollte, der seinesgleichen suchte. Richtig, er machte keine kleinen Fehler, aber die Grossen waren seine Spezialität. Aber der Reihe nach. Bereits
nach 45 Sekunden klingelte es im Fortunator. Gerade hatte das Spiel begonnen, konnte Fortuna in der Defensive einen Fehler nach dem anderen produzieren und der Ball trudelte im Nachschuss über die Linie. Eine Kette
von Fehlern sorgte für Frust bei den ca. 2.500 - 3.000 mitgereisten Fortunen. Sollte hier wieder eine große Chance vertan werden ? Bereits nach 7 Minuten kassierte Heidinger nach einem bösen Foul die gelbe Karte.
Aber eben dieser Heidinger brachte die Fortuna wieder ins Spiel. Er wurde im Strafraum zu Fall gebracht und Marco Christ konnte den Ball sicher unten links verwandeln. Hier konnte man auch nicht genau sehen, ob ein
Foul vorlag. Und bereits 60 Sekunden später erzielt Jovanovic mit einem satten Schuss aus 35 Metern unhaltbar für Torhüter Lauenstein das 2:1. Nun war bei den Fortunafans kein Halten mehr. Aber bereits 7 Minuten
später, Lumpi hatte vorher das 3:1 verstolpert, das blanke Entsetzen. Diesmal gab es Elfmeter für die Hausherren. Melka hat/soll Onuegbu gefoult haben, der sich geschickt einfädelte. Aber Melka erinnerte sich wohl
dran, das man im gegensatz zum Essenspiel Elfmeter auch halten kann/darf und er parierte den Strafstoss. Nun gab es einen offenen Schlagabtausch, ehe der liebe Referee aus Berlin sich daran erinnerte, das es doch
ungerecht sei, die Hausherren mit einem Rückstand in die Pause gehen zu lassen. Aus meiner Sicht fällt ein Braunschweiger ohne Feindeskontakt und er zeigt wieder auf den Punkt. Und wieder hält Melka die Führung mit
einer Klasseparade. Soging es mit einer 2:1 Führung in die Pause.
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Das letzte Mal, das ich live erlebt habe, das ein Fortunatorwart in einem Pflichtspiel 2 Elfmeter hielt, war im Jahre 1990, als Jörg Schmadtke am ersten Spieltag einen Strafstoss von Littbarski hielt und der junge
Schiedsrichter Markus Merk den Elfer wiederholen ließ. Und auch der wurde dann wiederum gehalten (damals reichte es zu einem 1:1).
Und als unser Sportskamerad aus Berlin wieder auf den Platz kam erinnerte er sich daran, welchen Spaß er daran hat, Sanktionen gegen den Gastverein zu verhängen. Wieder ein Foul und Elfmeter Nr. 3 war fällig.
Diesmal traf Lenze, in dem er den Ball flach auf das Tor drosch und so Melka keine Chance ließ. So waren gerade wieder 4 Minuten vergangen. Was dann folgte war eine emotionale Achterbahnfahrt für alle mitgereisten
Fortunafans. 60 Sekunden später erzielt Lumpi das 3:2, im Gegenzug fällt das 3:3. Weitere 3 Minuten später köpft Costa das 4:3 für die Fortuna. Die Fortunafans waren schier aus dem Häuschen. Aber bereits 8 Minuten
später wieder der Ausgleich. Boland köpft das 4:4. Nun wurde diese temperamentvolle Partie etwas ruhiger, ehe die letzte 5 Minuten anbrachen. Hier nun meiner Meinung nach die größte Fehlentscheidung dieses Spiels.
Lawaree wird per Notbremse auf dem Weg zum Tor gefoult. Freistoss und Platzverweise wären die logischen Konsequenzen. Doch er beliess es bei einer gelben Karte. Hier wurde Einfluss auf die letzten Minuten gekommen.
Es ist müssig darüber zu diskutieren, ob Braunschweig nach dem anschliessenden Traumtor von Christ zu 5:4 mit 10 Mann noch mal ins Spiel gekommen wäre. Aber es macht eine Unterschied, ob eine Mannschaft durch
einen logischen Platzverweis geschwächt weiterspielt oder eben nicht beeinflusst wird. Und so kam es wie es kommen mußte. Bedingt durch eine weitere Abwehrschwäche gelingt zum blanken Entsetzen der Fortunafans den
Braunschweigern der Ausgleich zum 5:5.
Ich möchte hier meine Ansichten über diese Pfeife an der Pfeife nicht in der Form niederschreiben, wie ich es im 95er-Forum gemacht habe. Aber Herr Siebert schien mir überfordert zu sein und seine Entscheidungen
bei 2 Elfmetern und dem nichtgegebenen Platzverweis waren derart schlecht, das ich ihm eigentlich wünsche, das bei ihm mal der Blitz in der Schüssel einschlägt, damit dieses Spatzenhirn sich einmal überlegt, was er
dort angerichtet hat. Nein, er ist nicht alleine schuld, aber hat den Gastgebern gegenüber eine permanente Bevorzugung walten lassen, das es augenscheinlich nach Schiebung aussieht. Dank der GEZ-finanzierten
Rundfunkanstalten aus dem WDR- und NDR-Land konnte man von diesem Premiumspiel der Premiumliga ganze 30 Sekunden im Fernsehen sehen. Hierfür ein großes Danke speziell nach Köln, wo man wohl nicht begreift, das hier
ein Verein aus dem Bundesland NRW in einem Spitzenspiel um den Aufstieg kämpft.
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Die Enttäuschung war nicht nur bei den Fans schier grenzenlos. Auch bei den Spielern herrschte grenzenloses Entsetzen. Eigentlich ein Zeichen dafür, das alle Spieler das Ziel haben aufzusteigen. Christ hätte mit
seinem Traumtor zum Helden für die Ewigkeit werden können. Nun saß er mit Tränen in den Augen auf dem Platz.
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Vielleicht 2 Minuten fehlten zum großen Sieg, der uns punktgleich zu den Paddelbirnen hätte aufschliessen lassen und uns Platz 3 gebracht hätte, den wir aus eigener Kraft hätten behalten können. So müßen wir, 3
Siege der Fortuna vorausgesetzt, wieder auf einen weiteren Ausrutscher der Hachinger warten und hoffen, daß z.B. die Braunschweiger mit derselben Einstellung am Mittwoch nach Bayern fahren und so vielleicht einen
Punkt dort entführen. Was wäre das eine Rückfahrt geworden mit 3 Punkten. So wurde diese Fahrt zurück nach Solingen eine traurige und deprimierte Fahrt. Nun geht es am Mittwoch gegen Jena um 3 Punkte, immer in der
Hoffnung auf den anderen Plätzen geschehen noch Zeichen und Wunder.
Im Nachhinein betrachtet bin ich aber froh, bei diesem historischen Spiel vor Ort gewesen zu sein.Ich hoffe nur, das es nicht die 2 Punkte von heute sind, die am Ende fehlen um den Schritt in Liga 2 oder
wenigstens in die Relegation zu machen. Dann werde ich mich erbost an den Kollegen Siebert aus Berlin erinnern und hoffen, das man sich im Leben immer zweimal sieht (dies ist keine Drohung). Der Gedanke hilft mir 36
Stunden nach dem Schlusspfiff ein wenig von meiner Wut wegzukommen. Alle anderen bösen Gedanken habe ich für diesen Bericht mal verdrängt, zumindestens was den Referee betrifft.
Also hoffen wir mal, daß der Fussballgott ein einsehen mit uns Fortunafans hat und die 2. Liga lieber so reisefreudige Fans wie die Fortunen bekommt. Den 150 Unterhachinger in Dresden und knapp 100 Paderborner in
Aallen zeigen doch welches Potential in diesem Verein steckt, der seit nun 10 Jahren in den Niederungen der 3. und zeitweise 4. Liga steckt.
Kopf hoch Jungs, holt 9 Punkte und der Rest wird schon klappen. Das ist der noch in mir vorhandene Zweckoptimismus für die nächsten 12 Tage.
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