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Kopie von jetzaber-2

FC Bayern München 2 - Fortuna 95 0:1 (0:0)

Stadion Grünwalder Straße

Zuschauer: 1.500

Tor:

0:1 Heidinger 88.

Ein Flug nach Bayern und 3 Punkte im Gepäck.

 

Nach langer Zeit gab es nun mal wieder ein Auswärtsspiel innerhalb der Woche mit einem weiten Anfahrtsweg. Irgendwie gefallen mir solche Spiele besonders. Die Planung muß anders angegangen werden, die Transportmittel variieren und es ist etwas Besonderes vor Ort zu sein.

Mit sportlich gemischten Gefühlen nach den letzten 3 Spielen ging es mit einigem Respekt in die bayrische Landeshauptstadt. Begonnen hat dieser Tag mit der Fahrt zum Öln-Bonner Flughafen, wo es um 10 Uhr eigentlich mit German Wings nach München gehen sollte. Dachten alle Passagiere, aber aus technischen Gründen kam es zu einer 80minütigen Verspätung und einer Umbuchung in eine Lufthansamaschine.

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FC B 2 - Fortuna 95 (83)

Bei strahlendem Sonnenschein flogen wir ab, ab Frankfurt setzte dann dichte Bewölkung ein. Dazu teilte uns der Flugkapitän noch mit, dass München sich bei 8 Grad unter einer dichten Wolkendecke befinden würde. Gottseidank bewahrheitete sich dieses nicht, den die Sonne kam eigentlich flächendeckend durch.

So wurde der Spaziergang durch die Münchner Innenstadt zu einem Spaß, so daß ich neben diversen Einkäufen auch noch den Viktualienmarkt, den Stachus, den Marienplatz und einige andere Sehenswürdigkeiten besichtigen konnte. Gut bepackt ging es dann raus in Richtung Giesing, wo sich das alte Bayern- bzw. 60er-Stadion befindet. Sicher ein Kleinod alter Stadionbaukunst. Aber auch ein Dorn in den Augen von Investoren, die hier ein brachliegendes Bauareal sehen oder Liebhaber liebloser Standartbauten sind. Mir hat es aber Spass gemacht, mich ums Stadion herum einmal umzuschauen.

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Vor dem Spiel habe ich mich dann auch noch kurz mit Gerd Müller, dem Bomber der Nation unterhalten. Ein Star, der derart zurückhaltend und sympathisch ist, ist mir selten über den Weg gelaufen. Angesprochen auf das 6:5 der Fortuna gegen Bayern Mitte der 70er Jahre antwortete er mit Zitat “Die Fortuna hat gegen uns Bayern immer gut ausgesehen” , was ich ihm zumindestens für die 70er Jahre bestätigen konnte. 

Nun war es aber endlich soweit gekommen ins Stadioninnere zu gehen und mir die Gegebenheiten dort anzuschauen.

Sicher vom Zustand her keine Perle mehr, begeistert mich dieses reine Fussballstadion aufgrund seiner alten Bauweise doch. Eine alte Haupttribüne mit Loge (alter Bauart), eine etwas neuere Gegentribüne und den alten 60er-Fanbereich, in dem sich bei diesem Spiel Teile der Fortunafans aufhielten. Der Rest hatte sich in Block D auf der Haupttribüne breitgemacht. In diesem Komplex befand sich dann noch ein kleiner Gastronomiebetrieb auf dem Niveau der 60er Jahre, allerdings freundlich in Sachen Bedienung.

 

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Irgendwann gegen 17 Uhr kamen dann auch unsere Stars mit dem Bus am Stadion an um sich dann auf dem Acker warmzumachen. Hier hatte ich dann schon Befürchtungen, dass unsere Spieler mit dem holprigen etwas nicht zu recht kommen könnten. Es lag sogar noch zusammengekehrter Schnee an den Metallzäunen.

Natürlich auch anwesend Hansi mit der berühmten Ratingenfahne.

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Pünktlich um 18 Uhr pfiff dann Bundesligaschiedsrichter Meyer dieses Spiel an. Was soll man nun zu dieser ersten Halbzeit sagen. Nur 2 halbwegs gute Chancen durch 2 Freistösse in der zweiten Minute und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zeugen bei zeitgleichen 0 Chancen der Heimelf nicht gerade von einem Spiel der Premiumliga 3 des deutschen Fussballs. Bei der Fortuna fehlten Caillas und Christ aufgrund der 10. bzw. 5. gelben Karte. Dafür konnte Trainer Meier Lumpi Lambertz wieder aufbieten. Dazu noch Kastrati für Terrodde und Cakir für Palikuca in der Startelf. Während die Münchener auch speziell im Form von CL-Spieler Müller überhaupt nicht richtig ins Spiel kam, hatte die Fortuna leichte Spielvorteile, die das Team aber nicht in zwingende Situationen umsetzen konnte. So war der Halbzeitpfiff quasi eine Erlösung.

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Hier Paul Breitner im Gespräch mit Dr. Ernst von der Fortuna. Welche Ratschläge Paule unserem AR-Vorsitzenden gegeben hat, ist mir leider nicht mitgeteilt worden. In Halbzeit 2 aber spielte sich anfänglich nicht wesentlich mehr auf dem Feld ab. Abgesehen von 2 Chancen durch Kastrati und Jovanovic passierte bis 15 Minuten vor Schluss nichts dramatisches. Zwar hatten die kleinen Bayern auch ein paar kleine Chancen, aber richtig Angst musste man nicht haben.

So dauerte es bis 15 Minuten vor dem Ende, bis die Fortuna einen Zahn zulegte und nun die Bayern hinten einschnürte. Sah es erst noch ein wenig tolpatschig aus, was bei allen Bemühungen rauskam, dauerte es bis zur 88. Minute, ehe Heidinger eine Abpraller des Bayernkeepers aus nächster Distanz im Tor unterbringen konnte. Eben dieser Heidinger, der vorher permanent von Teilen der Fans auf der Tribüne überall hin gewünscht wurde. Der aber trotz einiger Fehler eine kämpferische gute Leistung zeigte, alle Freistösse und Ecken als Ersatz für Caillas und Christ ausführte.

Sein Tor löste bei allen Fortunafans extreme Jubelgesänge aus, selbst Olli Bendt brüllte ins Mikrophon, als wenn die Fortuna gerade mal wieder den Pokal gewonnen hätte. Alle Kritik war wie verflogen und es wurde nur noch gefeiert. Kurze zeit später pfiff der souveräne Schiedsrichter ab und alle der Fortuna zugewandten Fans feierten sich und die Mannschaft. Endlich hat so eine Reise, die bei allem Spaß auch irgendwie anstrengend war, ein gutes Ende gefunden. Gegen 21 Uhr machte ich mich über einen kurzen Umweg auf zum Hauptbahnhof, wo um 22.44 Uhr der Nachtzug gen Heimat fuhr. Die komplette Mannschaft im Nebenabteil ging es dann über Augsburg, Ulm, Stuttgart “endlich” nach Hause, weil am nächsten Tag ein normaler 10-Stunden Arbeitstag anstand. Leider kam ich aufgrund der Platzverhältnisse nicht richtig zum schlafen und so kam ich richtig k.o. in Öln an, wo ich um 5.45 noch umsteigen musste um nach Solingen zu kommen. Platt wie ein Flunder, aber glücklich über 3 Punkte bin ich dann um 6.55 Uhr vor unserer Haustür angekommen, wo es nach eine kalten Dusche und einem kleinen Frühstück wieder anch Mettmann zur Arbeit ging.

Meine “Kleinen” konnten diesmal leider nicht mit, weil die Schule am nächsten Tag zu sehr darunter gelitten hätte. Dafür fahren die 3 dann wieder mit nach Offenbach.

 

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Zum Abschluss noch ein schönes Bild, geschossen kurz vor der Landung in München. Der Alpenrand war über den Wolken zu sehen.