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Kalter Beton im “schönsten” Stadion Deutschlands.
TSV 1860 München - Fortuna 95 2:2 (1:0)
Allianz-Arena
Zuschauer: 22.400
Tore:
1:0 Ludwig 36.
2:0 Hoffmann 64.
2:1 Jovanovic 70.
2:2 Zoundi 73.
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Nach über 12 Jahren ging es mal wieder nach München zum Spiel bei den Löwen. Bisher war es kein Ort, wo die Fortuna viele Punkte holte, so fanden aber die Spiele ganz früher im Grünwalder Stadion statt, später
dann im Olympiastadion in München. Nun heute am 29.11.09 das erste Spiel der Fortuna in der Allianzarena, sowie das erste Aufeinandertreffen in der 2. Bundesliga.
So ging es (fast wie immer) mit der Bahn am frühen Morgen nach München. Die Abfahrt war um 5.38 Uhr in Solingen. Umsteigen mußten wir einmal, danach fuhr uns der ICE ab Köln-Deutz durch bis zum Münchner
Hauptbahnhof. Und wir konnten in der ersten Klasse fahren. Der Grund war eigentlich ein schöner, den unser Abteil Nr. 21 war voller Fortunen. Pech nur, das diese pubertären Picos meinten einen Partyzug daraus zu
machen. Nicht das wir was gegen feiern und singen hätten. Aber permanentes Röpsen sowie dauerhaftes Pöbeln und das Schmeißen von Zeitungen und Flaschen konnte ich meinen Kleinen dann doch nicht erklären. So teilte
uns der Schaffner mit, das wir uns in die erste Klasse setzen dürften. Party ja, aber nicht in der Form. Vermutlich war diese Anzahl äusserst sehr junger Mitfahrer nur durch das günstige Mauerticket der Bahn
begründet. Zum Glück ist es ja nächstes Mal teurer. So verging die Zeit bis München sehr bequem. Gegen 11 Uhr waren wir dann am Hauptbahnhof angekommen.
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Vom Hauptbahnhof ging es dann über den Stachus zum Marienplatz, wo wir uns noch ein wenig den Weihnachtsmarkt anschauten. Aber langsam wurde es Zeit zum Stadion zu kommen. Dank des Archivars der Löwen kam ich an 2
VIP-Karten ran und so konnten wir mit dem Hungergefühl noch bis zum Stadion aushalten. So ging es raus nach Fröttmanning mit der U6, in der wir dann auch schon einige Fortunen antrafen.
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Mein bisher einziges Spiel in der Allianz-Arena hatte ich beim Eröffnungsspiel der WM 2006 gesehen. Hatte ich das Stadion bei der Eröffnungsfeier noch als farbenfroh und bunt in Erinnerung, so war ich diesmal
aufgrund des grau in grau doch etwas enttäuscht. Nicht einmal die blaue Beleuchtung war zu sehen. Dazu die Tatsache, das der Fussweg vom S-Bahnhof zum Stadion zumindestens für ältere Fans und Menschen mit Handicap
schon sehr weit ist und die Zugangswege mehr als lieblos sind, ist für ein Bauvorhaben in dieser Preislage eher peinlich. Nicht das ich mich beschweren will nach Jahren des Bonner Nordparks, der Bezirkssportanlage
Freialdenhoven, Platz 11 in Bremen und vielen anderen “normalen” Fussballanlagen in Liga 3 und 4, aber bei aller Bequemlichkeit wirkt dieses Stadion dann doch liebloser als unsere Arena in Düsseldorf.
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Zur Ehrenrettung der Löwenfans muß man sagen, das sie in dem ungeliebten Stadion, welches finanziell auch für den Verein auf Dauer nicht tragbar ist, nicht gerne sind. Allerdings ist die ursprüngliche Heimat der
Löwen bei weitem nicht zweitligafähig. So bleibt dem TSV 1860 nichts anderes übrig, als den jetzigen Zustand hinzunehmen und eventuell mit den Münchner Bayern eine einvernehmliche Lösung zu finden. Zum VIP-Bereich
kann man allerdings nichts sagen. Nettes Ambiente und gutes Essen ließen uns die Zeit bis zum Anpfiff genüsslich vorbeiziehen und so waren wir um 13.20 Uhr dann auf der Haupttribüne. Von hier aus hatte man eine sehr
gute Sicht auf das Spielfeld. Wir saßen direkt über der Auswechselbank der Löwen und hatten Zettel-Ewald jederzeit gut im Blick. Berühmt seine Notizen, es stellt sich nur die Frage, was es denn nutzt.
So begann um 13.30 uhr pünktlich die Begegnung zwischen dem TSV 1860 München und der Fortuna.
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Zu Beginn gab es dann auch einige Überraschungen. Zu Allererst, das die Presseinfo das Spiel München gegen den MSV Duisburg ankündigte und das der Japaner nach soliden Auftritten in der Zwoten seinen ersten
Zweitligaeinsatz gerade in München feiern konnte. Aufgrund diverser Verletzungen der letzten Woche musste Trainer Meier improvisieren. Auch wenn die Fortuna heute sicher nicht an die spielerischen Glanzleistungen
der Spiele in Kaiserslautern und Ahlen herankam, so überzeugte sich durch taktisches Verhalten und Moral. In den ersten 30 Minuten entwickelte sich ein eher langweiliges Spiel ohne große Torchancen.
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In der 36. Minute kamen dann die Löwen zum eher glücklichen 1:0, als sie nach einem Einwurf erstmalig denn Ball gut durch die Abwehr der Fortuna laufen liess und so nach einer Kombination Torhüter Ratajczak keine
Chance ließ. Alexander Ludwig schoß aus kurzer Distanz unhaltbar ins Fortunagehäuse. Mit dem kleinen Genickschlag ging es dann auch in die Halbzeit, in der wir uns noch ein wenig im Stadion umschauten. Garniert mit
einigen Kommentaren von Heimfans, die uns anscheinend ärgern wollten. Aber mit 23 Punkten im Rücken läßt man sich nicht groß ärgern, eher kann man zurückschießen.
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Heute pfiff übrigens SR Siebert aus Berlin, den wir noch als Elfmeterkönig aus der Partie in Braunschweig kennen. Heute machte er seine Sache aber recht solide. Nach dem Spiel kamen dann nur Diskussionen bezüglich
des Freistosses der Fortuna in Minute 70 auf. Hier sah Zettelewald zwar das richtige, nur seine Tonwahl und seine Argumentation war sehr einseitig und beleidigend in der Pressekonferenz und im Skyinterview nach dem
Spiel. Aber hätte auch sehen müssen, das seine Löwen ihren Torschützen Ludwig, der bereits verwarnt war und weitere Fouls beging überhaupt nicht mehr auf dem Platz haben dürften, als eben dieser die Freistossvorlage
zum 2:0 gab. Aber die einseitige Betrachtung hatte er für sich alleine gepachtet. Die Fortuna hatte diese Saison unter viel schlimmeren SR-Entscheidungen leiden müßen und unser Trainer behielt selbst nach dem
SR-Debakel in Fürth seine Fassung und suchte die Fehler nicht alleine beim Unparteiischen. Das unterscheidet manchmal gute von schlechten, erfolgreiche von erfolglosen Trainern.
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Wie schon oben erwähnt gingen die Löwen dann mit 2:0 in Führung. Nach einem Phantomfoul an einem Löwen entschied der Referee auf Freistoss. Und nach einem langgezogenen Ball landete der Ball bei Hoffmann, der noch
von Weber bedrängt wurde, aber den Ball zum 2:0 über die Linie drücken konnte. Nun hatten wir 3 bei aller Euphorie dieser Saison schon mit einer Niederlage gerechnet. Zwar bäumte sich das Fortunateam unterstützt von
ca. 3.000 Fortunen auf, doch stand nach einem Rückstand auswärts in dieser Spielzeit immer eine Niederlage. So geschehen in Duisburg, St. Pauli, Fürth und Berlin. Doch diesmal hatte die Fortuna das nötige Glück
neben dem Kampf. SR Siebert wertete den Angriff auf Lumpi als Foul, obwohl dieser nicht getroffen wurde. Und diesen Freistoss direkt vor dem Strafraum setzte Jovanovic trocken ins obere line Eck. Nun begann die
Fortuna zu drücken und setzte die nervösen Löwen weiter unter Druck. In der Zwischenzeit waren Heidinger und Zoundi ins Spiel gekommen. Und der erstere holte in Minute 72 einen Eckball heraus. Und er zirkelte den
Ball dann auch knapp vor den 5-Meterraum, wo Harnik zwar nicht richtig an den Ball kam, aber Zoundi den Abpraller artistisch unter die Latte schoß und den vielumjubelten Ausgleich erzielte. Eben dieser Zoundi, der
sich in den letzten Spielen zumindestens als Ersatzspieler ins Team herein gespielt hat. Nun hatte die Fortuna ein wenig Oberwasser und bekam ca. 10 Minuten vor dem Abpfiff noch die große Chance zum
Siegtreffer. Leider versuchte Lumpi einen Trick zu viel und der Ball wurde von einem Münchner geklärt. Der Nachschuss von Zoundi war dann leider ein paar Meter zu hoch.
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Das 3:2 für die Fortuna wäre zwar schön gewesen, aber vielleicht doch zuviel des Guten gewesen. So hatten die Löwen in den letzten Minuten zwar wieder ein wenig mehr vom Spiel, am Ende bleib es beim verdienten 2:2
für die Fortuna, die so ihr erstes Remis in der Fremde holte.
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So bleibt das Fazit, das die Fortuna vielleicht nicht das beste Spiel der Saison gespielt hat, aber mit Moral und Kampfgeist wieder ein wichtiger Punkt geholt wurde. Mit nun 24 Punkten stehen wir auf einem
sagenhaften 4. Platz, der zwar zum Träumen verleitet, aber den Blick auf die Realität nicht verdecken darf. Noch gilt, das jeder Punkt für den Klassenerhalt dient und uns die nächsten Spiele ein wenig entspannter
angehen lässt. Zumindestens die Fans. Und nun kommt es am 04.12.09 zum Spitzenspiel Fortuna gegen Arminia Bielefeld, der Vierte empfängt den Dritten. Wer das vor der Saison getippt hätte, das es zu diesem Zeitpunkt
zu diesem Spitzenduell kommt, wäre nicht ganz ernst genommen worden. So freuen wir uns auf den nächsten Freitag.
Für uns ging es dann nach dem Spiel wieder zurück in die Innenstadt und dann von München Hbf wieder zurück nach Solingen, wo wir gegen 22 Uhr wieder eintrafen. Glücklich über den einen Punkt aber ziemlich müde.
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Ein Souvenir gab es dann nach dem Spiel noch. Heidi schenkte uns sein Trikot nach dem Spiel. So war es dann auch sammeltechnisch ein gelungener Tag.
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