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Kopie von jetzaber-2

Eine Fahrt in den weiten Osten ..... !

 

Energie Cottbus - Fortuna 95  4:2 (0:0)

Stadion der Freundschaft 

Zuschauer: 10.215

Tore:

1:0 Rivic 56.

1:1 Oehrl 65.

2:1 Petersen 69.

2:2 Gaus 79. 

3:2 Shao 81.

4:2 Jula 83.

Von Beginn an standen alle Zeichen darauf, das es diesmal eine Fahrt in den weiten und fernen Osten geben würde. Und eine lange Anstrengende dazu. Los ging es am Freitag Abend gegen 22.15 Uhr, als wir 3 uns auf den Weg in Richtung Bahnhof Ohligs machten. Mit der Regionalbahn ging es zuerst in die Stadt der fliegenden Busse, wo uns dann gegen 23.25 Uhr der Nachtzug in Richtung Berlin mitnahm. Das am Zug zu Lesende war dann im ersten Moment irritierend, aber das es vorerst ja nur bis nach Berlin ging, war es auch nicht so schlimm. Dies war ja auch erst Etappe 2 auf dem Weg ins ferne Ostdeutschland.

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In Berlin sind wir dann gegen 4.45 Uhr angekommen und dort mussten wir dann am Ostbahnhof auf den nächsten Zug warten, der uns dann in die Lausitz bringen sollte. Dort stiegen dann auch die ersten Energieanhänger mit in unseren Zug, so daß wir zum ersten Male an diesem Tag mit anderen Fussballfans in Kontakt kamen.

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Über Brand, Lübben, Lübbenau, Raddusch, Vetschau, Kunersdorf und Kolkwitz ging es dann Endlich” ins heimelige Cottbus. Zuletzt waren wir vor 3 Jahren hier, als es damals gegen die Zweitvertretung der Lausitzer ging. Während wir damals kaum Zeit hatten, uns die Gegend anzuschauen, wollten wir es heute ausnutzen, das wir bereits um kurz vor 7 am Bahnhof dieser wunderschönen Stadt ankamen. Bei der Recherche zum Spiel stiess ich am Vorabend der Reise im Internet auf die Ostdeutsche Bahngesellschaft, die mit einem Kurzzug die Städte Cottbus und Forst verbindet. Gesagt, getan buchten wir ein Tagesticket und fuhren nun an die Grenzstadt an der Neiße.

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In dieser Stadt, direkt an der Grenze zu Polen gelegen habe ich den Eindruck gewonnen, das sich bis auf die Ausstattung der Auslagen in den Schaufenstern und den West-PKW nichts gegenüber der DDR getan hat. Die Menschen sehr freundlich, aber die Umgebung derart trostlos, wie man das Zonenrandgebiet bei Helmstedt vor der Wende in Erinnerung hat. Wie uns eine Taxifahrerin berichtete haben bereits 30 % der Einwohner die Stadt bereits verlassen. Und der Rest muß sich bei einer Arbeitslosenquote von offiziell 25 % vor Ort das Leben schönreden. Ich hatte nicht erwartet, das hier blühende Landschaften sind, aber so traurig habe ich es mir nicht vorgestellt. Und weil unsere Neugier immer noch nicht gestillt war, fuhren wir mit der besagten Taxifahrerin noch über die Grenze nach Polen.

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Nun wurde es dann endgültig traurig, denn hinter diesem Punkt der deutsch-polnischen Grenze kommt einfach nichts. Während andere Städte wie Frankfurt/Oder oder Görlitz ein “Gegenstück” haben, ist hier hinter Grenze nichts los. Ausser den obligatorischen Tankstellen und Zigarettenbasaren kommt hier kilometerweit nichts. Das erinnert an die Zeit vor der Wende, wenn man aus der DDR hinausfuhr und in das Grenzgebiet kam. Nachdem wir uns eine seit 1945 zerstörte Brücke zwischen Forst und der polnischen Seite von beiden Seiten angeschaut haben und dem Einkauf von ein paar Kleinigkeiten (keine Zigaretten und Alkohol !!!!) machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück nach Forst.

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So hatte unsere Gesamtfahrt zum Fortunaspiel auch ein wenig etwas von einer Studienreise, denn unsere Fremdenführerin gab uns noch viel Wissenswertes über Gegend und Geschichte mit auf den Weg.

Nun ging es wieder mit dem Zug zurück nach Cottbus, wo wir die letzten 3 Stunden noch rumkriegen mussten. Noch ein Marsch vom Bahnhof in die Innenstadt und dann raus zum Stadion. Leider bietet Cottbus zumindestens in dem Teil, den wir gesehen haben auch nichts Dolles und so waren wir froh in Block U3 auf der Gegentribüne zu sein. Direkt neben dem Fortunablock und mit guter Sicht auf das Geschehen auf dem Platz.

Das Stadion der Freundschaft erstrahlt seit einiger Zeit in einem neuen und umgebauten Gewand. Als ich bei den beiden Spielen 1997 vor Ort war, gab es noch die alten übliche Haupttribüne, 2 Stehplatzkurven und eine unüberdachte Stehplatzgegentribüne. Im Laufe der Zeit wurden zuerst der Heimbereich, dann die Gegentribüne und zu Guter Letzt die Gästekurve umgebaut. Heute ist dieses Stadion ein kleines Schmuckkästchen. Leider fanden heute nur ca. 300 Fans aus Düsseldorf den Weg nach Cottbus, was im Hinblick auf das St. Paulispiel und die Tabellensituation eher wenig erscheint. Auch zu Gast waren Ralf mit Sohn Lars, die beiden Fortunafans aus Elsterwerda in Brandenburg. Aber einige sind ja nur gross beim erzählen, Taten folgen da i.d.R. nicht. Aber heute halt Respekt an alle, die sich diese Strapazen auf sich genommen haben.

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Große Ankündigungsplakate zum Spiel waren in der gesamten Stadt verteilt. Knapp über 10.000 Zuschauer haben sich daraufhin entscheiden, dieses Spiel im Stadion live zu verfolgen.

Für Energie Cottbus klingt nach einer kleinen Siegesserie die Saison aus, der Abstieg ist zwar rechnerisch noch möglich, sollte aber umgangen werden, der Aufstieg ist für den Bundesligaabsteiger seit Monaten keine realistische Chance mehr.

Und so gab es in Hälfte eins eine eher befreit aufspielende Heimmannschaft und eine Fortuna, die in der eigenen Abwehr vogelfrei war. Einige Stockfehler gaben den Cottbussern zwei grosse Chancen, die zu diesem Zeitpunkt noch ungenutzt blieben.

So ging es torlos in Halbzeit 2, die um ein Vielfaches aufregender werden sollte. 6 Tore sollten fallen, leider etwas zu unseren Ungunsten verteilt. Zu Beginn der zweiten Hälfte waren es dann die Cottbusser, die nach einem schönen Angriff zum 1:0 vollendeten. Nun wurde es im Fortunablock und bei den geschätzten 7 Fortunen in Block U3 ruhiger. Erst als Trainer Meier mit Gaus, Oehrl und Jova drei frische Kräfte brachte, wurde es im Sturm der Fortuna besser.

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So kam es nach einem Klassepass auf Gaus an die linke Seite des Strafraums zu einer scharfen Hereingabe, die Oehrl ohne Probleme zum Ausgleich vollstreckte. Nun waren die Fortunafans auch wieder wach und unterstützten das Team wieder lautstarker. Allerdings hatte sich die Abwehr der Fortuna heute nicht von ihrer besten Seite gezeigt und nur kurze Zeit später stand es 2:1 für das Heimteam. Aber der Kampfgeist der Fortuna war heute in Ordnung, zumindestens was die Stürmer betraf. Gaus wurde schön freigespielt und schoss im zweiten Versuch das 2:2, nachdem er mit dem ersten Schuss noch an Tremmel im Cottbusser Tor gescheitert war. Nun gab die Mannschaft die Hop oder Topdevise aus, was sich nur 3 Minuten später leider bitter rächte. Wieder ging Energie gegen die aufgerückte Fortuna in Fürhung und konnte einen weiteren Konter kurz darauf zum entscheidenden 4:2 abschliessen.

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Nun wurde man aber nicht sauer oder unzufrieden. Irgendwie war man trotz der sich anbahnenden Niederlage stolz auf die Mannschaft. Stolz auf die gesamte Leistung auf die gesamte Saison bezogen. War es die Erwartungshaltung vieler “Fans”, die das Team quasi in die Bundesliga “drücken” wollten ? Bei den Heimspielen war die Mannschaft nahezu in jedem Spiel besser wie der Gegner und hat dies auch in einer sensationellen Bilanz bewiesen. Auswärts gab es Highlights, aber eben auch unnötige Niederlagen. Aber ist das bei dem Etat und der Tatsache, das wir als Aufsteiger in die 2. Liga gekommen sind, nicht auch ein wenig logisch ?

Ich und viele, fast alle vor Ort anwesenden Fans haben die Mannschaft bejubelt. Und das trotz der Niederlage zu Recht.

Nun stehen noch 4 Spiele aus, aber die weiten Fahrten haben bis auf die Abschlusstour nach Süddeutschland ein Ende für die Saison 09/10. Und da bin ich auch ein wenig froh.

Positiv ist heute zu vermerken, das die Kontrollen im Tribünenbereich normal waren und wir uns mit einigen Energiefans nach dem Spiel normal unterhalten konnten. Angenehm, wenn man die Erfahrungen mit anderen Fans ostdeutscher Vereine gemacht hat. Keine Häme, keine Anfeindungen in den Bereichen, die wir im Stadion betreten haben.

Negativ fiel nur auf (habe ich im Nachhinein gehört und gelesen), das es im Gästeblock Ordner der Kategorie Rechts bzw. Nazi gab, die bei Gegentoren hämisch applaudierten und einen Fortunafan diskriminierten aufgrund seiner Hautfarbe. Da dies aber anscheinend nicht nur auf der Seite der Fortunafans so gesehen wurde, hofft man natürlich, das man diese Zecken aus dem Umfeld des Stadions entfernt und irgendwie diese Macken austreibt.

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Die nächsten und die bisherigen Bilder sollen ein wenig die Atmosphäre rund ums Spiel widerspiegeln. Für uns ging es nach dem Spiel langsam wieder zum Bahnhof, wo wir um 16.15 Uhr den Regionalexpress nach Berlin nahmen. Dort aßen wir noch etwas ehe unser ICE um 19.38 Uhr Richtung Düsseldorf aufbrach. Nun wurden wir 3 doch langsam aber sicher sehr müde und wir schliefen dann doch ein. Geweckt nur durch ein paar betrunkene Schalker, die ebenfalls 2:4 verloren (in Hannover) , aber anscheinend nicht so gut damit umgehen konnten.

So kamen wir um kurz nach Mitternacht wieder in Düsseldorf an und die S-Bahn brachte uns zurück zum Startpunkt in Solingen. Um 1.30 Uhr fielen wir 3 müde ins Bett und waren froh, das dieser ereignisreiche aber auch sehr anstrengende Tag zu Ende war. Aber um sofort wieder daran zu denken, das es auch in der nächsten Saison wieder nach Cottbus gehen wird.

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Kleiner persönlicher Höhepunkt war, das wir nach dem Spiel an das Trikot vom Ranisav Jovanovic kamen, welches nun ebenfalls in unserer Sammlung steckt . Hierfür ein großes Danke.

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