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Zurück in die Vergangenheit.

 

Karlsruher SC - Fortuna 95 1:1 (0:0)

Wildparkstadion

Zuschauer: 16.473

Tore:

1:0 Krebs 46. (oder Weber Eigentor)

1:1 Gaus 68.

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Ein paar Tage nach dem Spitzenspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern und gemischten Gefühlen ob des Tabellenstandes stand nach Jahren wieder einmal eine Fahrt nach Karlsruhe an. Hier habe ich 84/85 mein erstes Spiel in Karlsruhe gesehen, dazwischen lagen einige Spiele dort, die man getrost vergessen darf (Pokalhalbfinale 1996), aber auch ein grandioser 5:1 - Sieg in der Spielzeit 91/92, der letztlich aber auch nichts nutzte. Genossen habe ich eigentlich die Tatsache, das uns nichts mehr passieren kann und man so entspannt nach 27 Spieltagen zu einem Auswärtsspiel fahren kann. Zwar denkt man im Hinterkopf immer ein wenig noch an die Chance den Durchmarsch zu schaffen um denn Sekunden später zu merken, das es für die Mannschaft definitiv zu früh ist, einen weiteren Schritt nach oben zu machen.

Zur heutigen Reise:

Wieder einmal ging es in Allerherrgottsfrühe zu Fuss zum Bahnhof, wo um 6.27 Uhr der ICE einfuhr und uns ohne umsteigen zu müssen direkt nach Karlsruhe bringen sollte. Weil wir wohl noch etwas müde waren, schliefen wir noch ein wenig im Zug, ehe wir um kurz vor Neun am Ziek ankamen. Da es mir irgendwie bei allen Fahrten nach Karlsruhe noch nicht gelungen war noch die dortige Innenstadt einmal zu begutachten, habe ich uns extra den frühen Zug gebucht. Nun marschierten wir vom Hauptbahnhof los in Richtung Innenstadt, wo wir auch ein wenig wetterbedingt die Geschäfte enterten. Gegen 11 Uhr aßen wir noch etwas in einem “Restaurant”, ehe wir dann die letzte Etappe in Richtung Stadion starteten. Es ging an den Gebäuden des Bundesverfassungsgerichtes vorbei in Richtung Karlsruher Schloss, welches am Rand der Innenstadt gelegen steht. Direkt dahinter befindet sich dann auch das altehrwürdige Wildparkstadion.

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Ein wenig Oldschool, bestehend aus vielen alten Bestandteilen und einer neuen Haupttribüne versprüht dieses Kleinod der deutschen Stadienlandschaft ein wenig den Flair der 80er Jahre. Noch versehen mit ein paar Fragmenten einer Leichtathletiklaufbahn und einer “schön” weitgezogenen Kurve, erinnert es ein wenig an die alten Stadien in Köln, Düsseldorf und Hamburg. Dem Karlsruher SC ist es nie gelungen einen richtigen Zeitpunkt zu finden, aus dem alten Stadion einmal ein neues zu machen. Ob es an der Vereinspolitik lag oder kein Geld bei der Kommune oder dem Land loszueisen war, kann ich nicht beurteilen. So hat der Verein sicher die Problematik, dem heutigen Fan mehr Bequemlichkeit und bessere Sichtverhältnisse zu bieten. Wir hatten uns heute gegen nichtüberdachte Plätze entschieden und auf der neuen Haupttribüne gebucht. Was bei dem Wetter sicher auch keine schlechte Entscheidung war.

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Schön anzusehen auch die alte Stadionanzeigetafel, welche heute in einem der neuen Arenen in dieser Form nicht mehr existieren könnte. Zu Beginn wurde wie immer (wie auch in Freiburg) dem Badener Lied die Ehre gegeben. Alle Badener standen auf und sangen was das Zeug hielt. Nachdem wir das durchgestanden hatten, begann das Spiel. Zu Beginn zeigte die Fortuna einen engagierten Start und hatte so auch Chancen gegen einen nervösen Gegner in Führung gehen zu können. Alleine Fink hatte zwei gute Gelegenheiten zur Führung. Ansonsten blieb das Spiel eher farblos und man merkte, das die Mannschaft so langsam aber sicher den Tribut für die tollen, aber kraftzerrenden Spiele zahlt. So gut es mit dem gerechten 0:0 in die Halbzeitpause.

 

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Die zweite Hälfte begann dann mit einem negativen Paukenschlag. Keine Minute war gespielt, als es dem KSC gelang das 1:0 zu erzielen. Krebs schoss von links freistehend vor das Tor und Weber fälschte den Ball unglücklich zum 1:0 ein. Tragisch, wenn man bedenkt, das die Fortuna durchaus hätte führen können. Aber in der derzeitigen Situation kann so etwas passieren. Heute aber zeigte sich das Team zuerst geschockt und konnte sich beim Torhüter Ratajczak bedanken, das es nicht zum 2:0 für die Karlsruher reichte. Nach der Einwechselung von Gaus und Zoundi bemühte sich vor Allem der Erstgenannte gegen die Niederlage anzugehen. Seine Schnelligkeit und die Bemühungen von Heidinger, der endlich einmal wieder von Beginn an spielen dürfte, fruchteten am Ende eines Konters zum 1:1, was dann letztlich auch wieder gerecht war. Danach bemühten sich beide Mannschaften noch den Sieg zu erzielen, am Ende waren die Kräfte bei den Fortunen nicht mehr ausreichend vorhanden um die 2 weiteren Punkte einzufahren. Heute wäre u.U. ein Sieg drin gewesen, wenn man in Führung gegangen wäre und man nicht auf die kräftezerrende Art und Weise wieder ins Spiel zurückkommen gemusst hätte.

Ich (und meine 3 Kleinen) konnten am Ende durchaus mit dem Punkt leben, der was den Aufstieg betrifft sicher zu wenig war, aber letztlich einen weiteren Punkt bedeutete, eine Spitzensaison würdig zu Ende zu bringen.

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Nach dem Spiel warteten wir noch ab, bis die Spieler den Platz verlassen hatten (entsprechende Bekundungen zu Gunsten der Spieler inklusive). Danach noch den ein oder anderen Smalltalk mit KSC-Fans, die uns heute im Tribünenbereich durchaus positiv empfangen haben. Schön, entspannt unter Heimfans ein Auswärtsspiel sehen zu können. Danach wussten wir, das es wieder den langen Marsch durch den Schlosspark geben würde. Mit entsprechender Laune marschierten wir los und leider goss es aus vollen Eimern und so kamen wir durchnässt in der Innenstadt wieder an. Um den 2 Daheimgebliebenen noch eine Freude zu machen, kauften wir ein paar Geschenke ein. Auf dem Weg dorthin kamen dann zwar ein paar unfreundliche Kommentare, aber das konnte unserer Laune auch keinen Abbruch tun. Grüsse an die 5 vom KSC-Fanclub “Die Kindergartenbande”, die uns im Schlosspark ein paar Minuten mit Beleidigungen begeleitete. Darauf hin angesprochen aber Fersengeld gab. Super Leistung, wenn man pubertierend durch die Gegend pöbelt, ab sich dann in die Hose macht, wenn man sie darauf hin anspricht. Und nette Wünsche auch an den Mittzwanziger, der uns in der Fussgängerzone mit “Ihr 4 dummen Düsseldorf-Arschlö**er” titulierte. Nun ja, ansonsten war alles friedlich und nächste Saison wird es sicher wieder nach Karlsruhe zum Spiel gehen.

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Für uns ging es dann vollbepackt wieder zum Bahnhof, wo wir für den Rückweg nicht die schenlle Version gebucht hatten. Mit dem Regionalexpress ging es ab Karlsruhe zuerst über Ludwigshafen, Worms und Speyer nach Mainz, wo wir dann in den ICE 24 nach Solingen umstiegen. Müde aber eigentlich auch zufrieden und glücklich kamen wir dort gegen 22.30 Uhr an und alle 4 fielen dann ins Bettchen.

Das nächste Spiel ist nun am Ostermontag gegen den FC St. Pauli, die nächste Auswärtstour führt uns nach Cottbus am Samstag in 2 Wochen.