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Auf der Tribüne wurde mein Glaube in die friedliche verbale Unterstützung der Heimmannschaft und die Begrüssung des Gästeteams in den Grundfesten erschüttert. Mit Superlativen sollte man vorsichtig sein. Gut, die
Spiele in Chemnitz, beim VfB Leipzig und auf der VIP-Tribüne in Cottbus hatten schon ihren eigenen Charme, die “normalen” Zuschauer auf der Tribüne in Erfurt hatten es aber in sich. Berührungen bei
Ballkontakten wurden mit “Gelb, Gelb, gib dem Ar*** endlich Gelb” noch zurückhaltend beurteilt. Natürlich wurde die Blutgrätsche des Erfurters direkt zu Beginn des Spieles mit der Harakiri-Variante
(=beide Beine mit den Stollen voraus) als Simulation des Düsseldorfer Spielers ausgelegt und schon Minuten später wurde die Berührung eines RWE - Spielers durch einen Düsseldorfer Spielers fast gnädig mit
Zitat:”Runter mit dem Düsseldorfer Ars******” “ umschrieben. Nun machte ich mir Sorgen das die nächsten Düsseldorfer Spieler in den Gulag oder wenigstens zu lebenslanger Haft mit anschliessender
Sicherheitsverwahrung verurteilt werden, wenn es nach dem Geschmack des sportlich sehr neutralen Erfurter Tribünenpublikums geht. Klar, mit einmal Gelb-Rot waren die Düsseldorfer noch gut bedient. Einmal hatte der
Zirkusdirektor Hagen aus Oer-Erkenschwick dem Publikum den Gefallen getan, einen Fortunaspieler des Feldes zu verweisen.
Zum Spiel:
Nach 3 Minuten war die Taktik der Fortuna über den Haufen geworfen. Gruev traf aus ca. 20 m mit einem in die linke obere Ecke gezwirbelten Freistoss. Es kamen die Befürchtungen auf, das man hier untergeht, zumal
die Mannschaft nicht richtig den Eindruck machte dagegen halten zu wollen. Erst eine schön geschossene Ecke auf den Kopf von Oliver Barth brachte in der 27. Minute den Ausgleich. Erfurt geschockt, allerdings nur 6
Minuten lang. Der bereits mit Gelb verwarnte Barth wird an der rechten Seite von einem Erfurter foulverdächtig vom Ball getrennt, macht aber den Fehler den RWE-Spieler am Trikot zu zupfen, was dieser dann
theatralisch zu einem Sturzflug nutzte. Die Kondition dieses fairen Sportsmannes scheint miserabel zu sein, den dieser Sturz ist nur mit Lähmungen in den Beinen zu erklären. Wir wünschen allseits gute Besserung
dieser Schwäche in der Beinmuskulatur. Gesagt getan, Fortuna nur noch mit 10 Mann auf dem Platz. Bis zur Halbzeit passierte nicht mehr viel. In der zweiten Halbzeit bekam die Fortuna irgendwann mit, das die
Kondition der Heimelf nachliess und startete in Unterzahl den ein oder anderen Konter. Nach einem solchen gab es in der 86. Minute rechtsaussen einen Freistoss, den Canale punktgenau auf Marcus Feinbier zirkelte,
der den Torwart mit einem Kopfball überwand. Jetzt wurde es auf der Tribüne auch wieder etwas unangenehmer.
Und dann kam die vermaledeite letzte Minute. Eine Flanke direkt vor das Tor auf Hebestreit und der Ball war zum 2:2 drin. Letztlich gerecht, aber natürlich ärgerlich wenn man führte.
Fazit: Kämpferisch 1a, Mannschaft scheint also intakt. Heute will ich die Unkonzentriertheit auf die 60 Minuten in Unterzahl schieben. Das kann passieren. Aber bitte nicht zu oft. Tolle Stadt, aber
Tribünenfans die einem den Spaß am Fussball vergrätzen können. Danke dafür.
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